Putins Angst vor Handy-Fotos: Warum russische Soldaten keine Selfies mehr machen sollen

Pembe Bilir
Russische Soldaten in der Ukraine

Dank sozialer Netzwerke und GPS-Ortung ist es heute leicht, große Datenmengen zu sammeln, zu speichern — und zu missbrauchen. Jedes hochgeladene Foto, jeder Chatverlauf kann theoretisch ausgelesen werden.

Das will der Kreml jetzt unterbinden. Eine Gesetzesänderung soll russischen Soldaten künftig die Veröffentlichung bestimmter Bilder und Daten im Internet verbieten, erklärte das Verteidigungsministerium des Landes. So sei es Terroristen nicht mehr möglich, Soldaten aufzuspüren und strategische Pläne des russischen Militärs aufzudecken, heißt es aus Moskau. 

Gesetzesentwurf zur Sicherung von „Individuum, Gesellschaft und Staat“

Für Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB gilt das Verbot schon lange, jetzt soll es auch auf russische Soldaten ausgeweitet werden. Die geplante Gesetzesänderung verbietet Berufssoldaten demnach künftig „jegliche Informationen [im Internet] zu veröffentlichen, die Rückschlüsse auf Dienstzugehörigkeit, dienstliches Handeln und Dislozierung erlauben.“

Da Terrororganisationen und Geheimdienste anderer Länder immer wieder Daten missbrauchen, sei diese Maßnahme laut Verteidigungsministerium nun zwingend notwendig. Andernfalls werden die Internetdaten der Soldaten weiterhin genutzt, um „die innenpolitische und soziale Situation in unterschiedlichen Weltregionen“ zu destabilisieren. Die Änderung der gesetzlichen Richtlinien verbessere demnach „die informationelle Sicherheit von Individuum, Gesellschaft und Staat“.

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