Putin will ziviles russisches Überschallflugzeug

Putin besuchte am Donnerstag ein Flugzeugwerk

Russlands Präsident Vladimir Putin hat sich für die Entwicklung eines zivilen russischen Überschallflugzeugs ausgesprochen. Zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl sagte Putin am Donnerstag laut russischen Agenturberichten, das Land brauche eine zivile Version des modernisierten Überschall-Jagdbombers Tu-160. Nach Angaben des Chefs des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK, Juri Sljussar, ist ein solches Projekt bereits in Vorbereitung.

Putins Vorstoß kommt 50 Jahre nach der legendären sowjetischen Maschine Tu-144, Spitzname "Concordski", die damals im Mittelpunkt einer Industriespionage-Affäre stand. Russland versucht seit zehn Jahren seine zivile Luftfahrt wieder in Schwung zu bekommen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion einen Niedergang erfuhr. Allerdings treffen neu entwickelte Maschinen außerhalb Russlands nur auf geringe Nachfrage.

Bekräftigt von den Erfolgen seiner Raumfahrtprogramme während des Kalten Krieges hatte die Sowjetunion in den 60er Jahren entschieden, eine zivile Überschallmaschine zu entwickeln - ein Projekt, bei dem Frankreich und Großbritannien zu diesem Zeitpunkt schon einen großen Vorsprung hatten. Über ihre Geheimdienste gelangte die Sowjetunion an Informationen zum britisch-französischen Gemeinschaftsprogramm Concorde und startete am 31. Dezember 1968 zum ersten Mal die Tupolew 144 - drei Monate vor der westeuropäischen Konkurrentin Concorde.

Die Ähnlichkeit der beiden Flugzeuge war so offensichtlich, das die Tupolew von Kritikern "Concordski" genannt wurde. Bei einem Unfall des sowjetischen Flugzeugs bei einer Flugmesse im französischen Bourget im Jahr 1973 starben 14 Menschen. Das Programm wurde danach eingestellt.