Putin telefoniert erstmals mit Separatistenführern aus der Ostukraine

Putin telefoniert mit Separatistenführern der Ostukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals mit den beiden prorussischen Separatistenführern in der Ostukraine telefoniert. Wie der Kreml am Mittwochabend mitteilte, sprach Putin mit den Anführern der selbsternannten Volksrepubliken in Donezk und Luhansk, Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki, über einen möglichen Gefangenenaustausch mit Kiew. Es war das erste Mal, dass der Kreml einen direkten Kontakt des Präsidenten zu den Rebellenführern bekanntgab.

Mit seinem diplomatischen Vorstoß reagierte Putin auf eine Bitte des ukrainischen Politikers Viktor Medwedtschuk, der die ukrainische Regierung in den Verhandlungen mit den prorussischen Rebellen vertritt. Medwedtschuk gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten und soll Putin bei einem Treffen am Mittwoch darum gebeten haben, ein gutes Wort bei den Separatisten einzulegen, um den Austausch von Gefangenen zwischen Kiew und den Separatistenregionen voranzubringen.

"Ich werde mit den Anführern der Republik Donezk und der Republik Luhansk sprechen", hatte Putin vor dem Telefonat im russischen Fernsehen gesagt. "Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht", versprach der Präsident. Er hoffe, dass der Gefangenenaustausch "so schnell wie möglich" umgesetzt werden könne. Nach Angaben des Kreml unterstützten auch Sachartschenko und Plotnizki den Vorschlag.

Nach Angaben von Medwedtschuk geht es um 306 Rebellen, die von den ukrainischen Behörden festgehalten werden und nun im Austausch gegen 74 ukrainische Soldaten und Aktivisten freigelassen werden sollen. Zuletzt hatte es im September 2016 einen Gefangenenaustausch gegeben, bei dem zwei Regierungsanhänger im Tausch gegen vier inhaftierte Separatisten frei gelassen wurden.

Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Dabei wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet.