Putin sieht Verantwortung für steigende Gaspreise bei Europäern

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Wladimir Putin (AFP/Alexei Druzhinin)

Der russische Präsident Wladimir Putin macht die Europäer für die derzeit stark ansteigenden Gaspreise verantwortlich. "Sie haben Fehler gemacht", sagte Putin bei einer im Fernsehen übertragenen Debatte mit Vertretern der russischen Energiebehörden am Mittwoch. Zuletzt waren Anschuldigungen laut geworden, wonach Russland absichtlich Gaslieferungen zurückhalte, um Druck auf den Westen auszuüben. Für die Inbetriebnahme der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 fehlt noch die Zertifizierung deutscher Behörden.

Einer der Gründe, weshalb die Preise aktuell stark anstiegen, sei die Aufkündigung von "langfristigen Verträgen" seitens der Europäer zugunsten des Handels an Rohstoffbörsen. "Es hat sich herausgestellt, und heute ist das ganz offensichtlich, dass dies eine falsche Politik ist", sagte Putin weiter.

Ein Sprecher von Putin wies die Vorwürfe einer künstlichen Verknappung der Gaslieferungen durch Russland zuvor zurück. "Russland hat all seine Verpflichtungen unter gültigen Verträgen erfüllt, erfüllt sie jetzt noch und wird sie auch weiter erfüllen", sagte der Sprecher.

Die Preise auf europäischen Gasmärkten waren am Mittwoch teilweise sprunghaft angestiegen, an den europäischen und britischen Referenzmärkten erreichten sie neue Rekordwerte. Die Handelspreise am TTF, einem virtuellen Handelspunkt im niederländischen Gasnetz, stiegen am Mittwochmittag um 25,14 Prozent auf 145,19 Euro pro Megawattstunde. Der Preis für ein sogenanntes Therm, eine in Großbritannien verwendete Wärmeeinheit, stieg um 25,13 Prozent auf 367,78 Pence.

Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der Gas Infrastructure Europe (GIE) aktuell zu 69,3 Prozent gefüllt. In ganz Europa stehen die Lagerbestände aktuell bei 75,87 Prozent.

fho/hcy

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