Puigdemonts Anwälte erleichtert über Entscheidung des Oberlandesgerichts

Die Anwälte des früheren katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont haben sich erfreut über die bevorstehende Entlassung ihres Mandanten gezeigt. Der "unerhörte" Vorwurf der "Rebellion" sei mit der Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG) aus der Welt geschafft worden, erklärten seine deutschen Strafverteidiger am Donnerstag. Puigdemont selbst schrieb am Abend im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Vielen Dank an alle!" und fügte hinzu: "Wir sehen uns morgen!"

Nach Angaben des Gefängnisses in Neumünster soll Puigdemont nicht vor Freitag aus der Haft entlassen werden. Seine Anwälte teilten mit, sie würden die Entscheidung des Gerichts respektieren, im Bezug auf den Vorwurf der Untreue nicht über die Auslieferung entscheiden zu wollen, ohne der spanischen Justiz Gelegenheit zu geben, diesen zu belegen, hieß es in der Mitteilung. "Wir freuen uns sehr für unseren Mandanten", erklärten die Strafverteidiger.

Das OLG hatte zuvor entscheiden, Puigdemont unter Auflagen auf freien Fuß zu setzen. Das Gericht erließ zwar einen Auslieferungshaftbefehl gegen den Politiker wegen des Vorwurfs der Untreue, setzte den Vollzug aber sogleich aus. Eine Auslieferung des Katalanen wegen "Rebellion" schloss das Gericht aus. Das ihm zur Last gelegte Verhalten sei in Deutschland nicht strafbar.

Ob Puigdemont am Ende tatsächlich von Deutschland an Spanien ausgeliefert wird, muss abschießend die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein entscheiden. Madrid wirft dem Politiker neben "Rebellion" wegen der angestrebten Abspaltung Kataloniens von Spanien auch die Veruntreuung von öffentlichen Geldern für das Unabhängigkeitsreferendum vor.