Psychologin empfiehlt: Vermeiden Sie diese Fehler!

Andreas Deutsch
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Profi spekuliert mit 6 Milliarden auf DAX-Absturz

Aller Anfang ist schwer – auch an der Börse. Diese Erfahrung machen nicht nur Privatanleger, sondern auch Profis. Silvia Breier, Ex-Investmentbankerin, jetzt psychologische Beraterin, erlebte mit ihrer ersten Aktie ein anstrengendes Nervenspiel.

„Meine erste Aktie war Voestalpine. Keine andere Aktie hat mich emotional so gefordert. Während ich mich beruflich an die Regeln des professionellen Handels hielt, ignorierte ich sie privat. Als im Zuge der Finanzkrise die Aktie zu fallen begann, hoffte ich auf eine Erholung und blieb investiert. Mit der Zeit wurde ich immer beunruhigter, aber ich war viel zu stark emotional involviert, um vernünftige Entscheidungen zu treffen. Es gab Phasen, wo ich fast stündlich nach dem Kurs schaute. Dann gab es Zeiten, wo ich vor lauter Ärger über meine Entscheidung gar nicht mehr hinsah.

In meiner Verzweiflung warf ich genau zum Kurstiefststand schlechtem Geld gutes hinterher und kaufte nach, um zu verbilligen. Als die Aktie endlich wieder meinen Break-even erreicht hatte, wurde ich gierig und wollte auch noch eine Entschädigung für meine Geduld herausholen. Prompt fiel sie wieder. Ende 2016 hatte ich endlich genug vom emotionalen Stress und stieg zu meinem Break-even aus.

Heute steht die Aktie 400 Prozent höher als in der Finanzkrise. Welch ein Ärger! Aber so ist das nun mal mit Emotionen, die uns leider immer wieder zu unvernünftigen Entscheidungen verleiten. Davor ist keiner gefeit, selbst eine psychologische Beraterin nicht. Mein Tipp für die Leser: Definieren Sie vor dem Eingehen einer Position für sich klare Stoppkurse und Take-Profit-Limits und halten Sie sich dann auch an Ihren Entschluss. Bleiben Sie vernünftig, auch wenn es schwerfällt.“