Psychologe im Interview: Wie nehmen wir die Risiken des Terrors wahr?

Kognitionspsychologe Thorsten Pachur über die Gefahrenbewertung bei Terroranschlägen.

Der Kognitionspsychologe Thorsten Pachur beschäftigt sich mit Risikowahrnehmung und dem Phänomen von Entscheidungsfindung unter dem Aspekt des Risikos. Seiner Forschung nach ist die eigene Erfahrung ein guter Gratmesser der Risikobewertung.

Herr Pachur, es ist wahrscheinlicher, von einem Blitz getroffen zu werden, als von einem Attentäter getötet zu werden. Stimmt das?

Das mag statistisch gesehen stimmen. Deshalb ist es trotz der Terroranschläge in Europa in der letzten Zeit wichtig, kühlen Kopf zu bewahren. Trotzdem haben wir es aus der Perspektive vieler Menschen mit zwei unterschiedlichen Risiken zu tun. Das eine ist sehr konstant. Blitze gehen seit tausenden Jahren nieder. Terroranschläge sind dagegen ein dynamisches Phänomen.

Auch wenn das statistische Risiko relativ gering ist, besteht bei Anschlägen die Möglichkeit, dass sich das Risiko erhöht. Das ist bei einem Blitz nicht so. Deswegen sind die Leute aufmerksamer. Es hat sich also möglicherweise das Risiko erhöht und wir wissen nur noch nicht, wie hoch eigentlich die Gefahr ist. Deswegen ist es auch gut, dass die Leute aufmerksamer sind.

Es sterben aber auch deutlich mehr Menschen im Straßenverkehr, als durch einen Attentäter. Menschen sind offenbar nicht gut darin, Statistiken einzuschätzen und in ihr Leben zu integrieren, richtig?

Die Einschätzungen von Risiken sind sehr sensitiv für bestimmte Aspekte dieser Risiken, auch...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung