Prozess um Zinswetten-Skandal in Pforzheim: Verteidigung weist Vorwürfe zurück

dpa-AFX

MANNHEIM (dpa-AFX) - Im Prozess um Millionenverluste durch Zinswetten der Stadt Pforzheim hat die Verteidigung den Vorwurf der Untreue zurückgewiesen. Die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft seien nicht haltbar, sagte Anwalt Eddo Compart am Dienstag vor dem Landgericht in Mannheim. Mehrere Gutachten zeigten, dass das damalige Verhalten der Angeklagten rechtmäßig gewesen sei. "Schaden ist fraglos entstanden, aber es ist nicht so bombensicher wie die Staatsanwaltschaft behauptet, dass der Schaden vorsätzlich verursacht wurde", sagte Compart.

Vor Gericht müssen sich die frühere FDP-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein sowie die damalige Stadtkämmerin, ihr Stellvertreter und zwei Bankmitarbeiter verantworten. Der Vorwurf lautet auf Untreue sowie Beihilfe zur Untreue. Zwar seien Verluste in Millionenhöhe entstanden, und die frühere Stadtkämmerin bedauere die damaligen wirtschaftlichen Fehlentscheidungen, sagte Compart. Die Frau habe der Stadt aber nie schaden wollen.

Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki als Verteidiger der früheren FDP-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein wies die Vorwürfe zurück. "Ich habe keine Zweifel, dass die Angeklagten für die Stadt nur das Beste wollten", meinte er. Das Gericht vertagte die Verhandlung anschließend auf diesen Donnerstag.