Prozess um Sprengstoffanschlag auf Dresdner Moschee begonnen

Fatih-Moschee in Dresden nach Anschlag

Fast anderthalb Jahre nach den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und ein Kongresszentrum in Dresden hat am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. In dem Verfahren vor dem Landgericht Dresden werden dem 31-jährigen Angeklagten unter anderem versuchter Mord und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Zum Auftakt war zunächst die Verlesung der Anklage geplant. Ob sich der 31-Jährige äußern wird, war unklar.

Nino K. soll am 26. September 2016 kurz vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in der sächsischen Landeshauptstadt drei selbstgebaute Rohrbomben vor der Fatih-Moschee per Zeitschaltuhr gezündet und mehrere Behälter mit brennbarer Flüssigkeit dort abgelegt haben. Der Imam, seine Frau sowie die damals sechs und zehn Jahre alten Söhne blieben bei dem Anschlag unverletzt.

Durch die Wucht der Explosion wurde die Eingangstür nach innen gedrückt und die Fassade beschädigt. Nach Auffassung der Generalstaatsanwaltschaft passierte nur deshalb nichts Schlimmeres, weil der Sprengsatz nicht vollständig zündete.

Wenig später explodierte auf der Terrasse des Internationalen Congress Centrums am Elbufer ein weiterer Sprengsatz, den der Beschuldigten gebaut haben soll. Auch in diesem Fall blieb es bei Sachschäden. Ein Urteil in dem Verfahren wird für Anfang April erwartet.

Da damals die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit bevorstanden, zu denen zahlreiche Spitzenpolitiker und tausende Besucher erwartet wurden, lösten die Anschläge in Dresden erhebliche Besorgnis aus. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden noch einmal verstärkt.