Prozess um Sprengstoffanschlag an Düsseldorfer S-Bahnhof beginnt am 25. Januar

Knapp 18 Jahre nach dem Anschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn beginnt am 25. Januar der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Der 51-jährige Ralf S. muss sich wegen Mordversuchs und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion verantworten

Knapp 18 Jahre nach dem Sprengstoffanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn beginnt am 25. Januar der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Der 51-jährige Ralf S. muss sich wegen Mordversuchs und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion verantworten, wie das Düsseldorfer Landgericht am Donnerstag mitteilte. Der mutmaßliche Bombenleger hatte in der Nähe des Tatorts einen Militariahandel betrieben und war dort als als Neonazi bekannt.

Der Düsseldorfer Anschlag vom 27. Juli 2000 löste bundesweit Entsetzen und eine Debatte über rechte Gewalt aus. Bei der Explosion des Sprengsatzes am Zugang zum S-Bahnhof Wehrhahn waren zehn osteuropäische Sprachschüler verletzt worden, einige von ihnen schwer. Die Mehrzahl der Opfer war jüdischen Glaubens. Eine damals 26-Jährige verlor bei dem Attentat ihr ungeborenes Kind.

Der mutmaßliche Täter soll den mit verunreinigtem TNT gefüllten Sprengsatz selbst hergestellt und ferngezündet haben. Die Polizei verhörte S. bereits unmittelbar nach dem Anschlag stundenlang, ohne aber Beweise für seine Täterschaft zu finden.

S. wurde dann vor knapp einem Jahr von einem Sondereinsatzkommando der Polizei in Ratingen bei Düsseldorf festgenommen. Zuvor hatten die Ermittler neue Hinweise auf seine mögliche Täterschaft erhalten und daraufhin den Fall komplett neu aufgerollt. Für den Prozess gegen den 51-Jährigen beraumte die Düsseldorfer Strafkammer zunächst 37 Verhandlungstage bis zum 17. Juli an.