Prozess um Schmuggel von mehr als drei Tonnen Kokain in Hamburg begonnen

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Justitia (AFP/INA FASSBENDER)

In Hamburg hat am Donnerstag ein Prozess um einen mutmaßlichen Schmuggel von mehr als drei Tonnen Kokain begonnen. Zehn Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht der Hansestadt verantworten, weil sie das aus Südamerika stammende Rauschgift in 14 Einzellieferungen über einen Zeitraum von etwa einem Jahr im Hafen in Empfang genommen haben sollen.

Laut Staatsanwaltschaft agierten die Männer dabei in wechselnder Zusammensetzung als Gehilfen eines Drogenhändlernetzwerks aus dem Bereich der organisierten internationalen Kriminalität. Sie sollen das in Schiffscontainern versteckte Kokain zwischen Juni 2019 und Juni 2020 weitertransportiert haben. Unter den Beschuldigten befinden sich unter anderem zwei mutmaßliche Lastwagenfahrer, die Container im Wissen um den Inhalt im Hafen abgeholt haben sollen.

Andere Angeklagte sollen geholfen haben, indem sie ihr Wissen über die dortigen Abläufe bereitstellten. Einer von ihnen besaß laut Anklage über einen längeren Zeitraum einen externen Zugang zum Frachtabfertigungssystem und organisierte so die Abholung der Container. Bei den Beschuldigten handelt es sich nur um einen Teil der mutmaßlichen Beteiligten. Andere werden strafrechtlich gesondert verfolgt oder sind den Ermittlern bislang unbekannt.

Die Männer wurden im Dezember vergangenen Jahres zusammen mit mehreren weiteren Verdächtigen bei einer Großrazzia festgenommen, der wiederum mehrmonatige Ermittlungen vorausgegangen waren. Diese waren nach damaligen Angaben der von Polizei, Staatsanwaltschaft und Zoll 2019 durch Erkenntnisse des niederländischen Zolls in Gang gesetzt worden. Dieser hatte eine größere Kokainlieferung entdeckt, die für das in Hamburg agierende Täternetzwerk bestimmt war.

Den Angeklagten wird bandenmäßiger Drogenhandel oder Beihilfe dazu zur Last gelegt. Zum Prozessbeginn am Donnerstag wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers lediglich die umfangreiche Anklageschrift verlesen. Für den Prozess sind Termine bis Dezember angesetzt.

Seit mehreren Jahren fangen Sicherheitsbehörden im europäischen Häfen verstärkt teils riesige Kokainlieferungen ab, die in normalen Frachtcontainern versteckt sind. Dies entspricht der inzwischen üblichen Vorgehensweise von Banden der organisierten Kriminalität. Diese platzieren Rauschgift in Südamerika teils im Gewicht von mehreren Tonnen in den Schiffscontainern, um sie nach der Ankunft in Europa von Helfern unbemerkt entnehmen zu lassen.

Im Februar hatte der Zoll im Hamburger Hafen sogar 16 Tonnen Kokain mit einem Straßenverkaufswert von rund eineinhalb Milliarden Euro beschlagnahmt. Es war der größte Einzelfund des Rauschgifts, den es in Europa bislang gab. Im Zusammenhang mit dem Großfund in der Hansestadt wurden im Hafen der belgischen Stadt Antwerpen weitere sieben Tonnen entdeckt, so dass die Gesamtmenge bei 23 Tonnen lag.

Das Kokain in Hamburg befand sich dabei in fünf Frachtcontainern aus Paraguay, vorausgegangen waren Hinweise von Ermittlern aus den Niederlanden. Der Geschäftsführer einer Importfirma in Rotterdam wurde damals als mutmaßlicher Drahtzieher festgenommen. Die Häfen von Rotterdam, Antwerpen und Hamburg sind die größten Frachthäfen Europas. Sie gelten als Haupteinfuhrtore für Rauschgiftlieferungen.

bro/cfm

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