Prozess um geplanten Anschlag in Düsseldorfer Altstadt begonnen

Vor dem Landgericht Berlin beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder einer 19-Jährigen. Alexander H. soll im Mai versucht haben, die Freundin seiner Verlobten in einem Waldstück zu vergewaltigen, und sie dann erstochen haben

Mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden von mutmaßlichen Plänen für einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt hat der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Sie müssen sich seit Mittwoch vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf verantworten, weil sie laut Anklage planten, dass sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen und weitere Attentäter auf Passanten schießen.

Anfang Juni vergangenen Jahres waren die mutmaßlichen Pläne nach Festnahmen mehrerer Verdächtiger bekannt geworden. Vor dem OLG Düsseldorf sind nun ein 30-jähriger Syrer, ein 29 Jahre alter Algerier und ein 26-jähriger Jordanier angeklagt. Zwei von ihnen sollen sich dem IS angeschlossen haben, einer die Miliz unterstützt haben.

Die Angeklagten Saleh A. und Hamza C. schlossen sich laut Anklage im Frühjahr 2014 in Syrien dem IS an. Sie sollen dort auch von der Führungsebene der Miliz den Auftrag erhalten haben, in Düsseldorf einen Anschlag zu verüben. Danach sollen sie sich zunächst in der Türkei aufgehalten und als Schleuser tätig gewesen sein. Getrennt voneinander kamen sie den Ermittlungen zufolge schließlich im März und im Juli 2015 nach Deutschland.

Der Hauptangeklagte A. soll schließlich die konkreten Anschlagspläne festgelegt haben. Diese sollen vorgesehen haben, dass in der Düsseldorfer Altstadt zunächst zwei Selbstmordattentäter Sprengwesten zünden. Anschließend sollten an den Ausgängen der Altstadt weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Schnellfeuergewehren erschießen. Dies sollte an einem Freitag oder Samstag passieren, wenn die Stadt sehr belebt ist. A. und C. sollen dann auch den dritten Angeklagten Mahood B. überzeugt haben, sich zu beteiligen.

Laut Bundesanwaltschaft sollen A. und C. zur Finanzierung des Anschlags geplant haben, dem Vatikan ein Video mit einem Lebenszeichen eines vom IS in Syrien entführten Priesters zu verkaufen. Deshalb sollen beide Ende Januar 2016 von Düsseldorf nach Paris gereist sein, um sich dort Geld für ihre Weiterreise nach Rom zu verschaffen.

Am 1. Februar 2016 stellte sich A. dann jedoch den französischen Behörden und offenbarte die Anschlagsplanungen. Er wurde festgenommen und am 29. September vergangenen Jahres nach Deutschland überstellt. C. und B. wurden am 2. Juni 2016 festgenommen. Für den Prozess im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Gerichts beraumte der Staatsschutzsenat zunächst 36 Verhandlungstage bis Ende Dezember an.

Nach Verlesung der Anklage zum Prozessauftakt am Mittwoch kündigte der Hauptangeklagte A. an, sich zu seinen persönlichen Verhältnissen und auch zu den Tatvorwürfen äußern zu wollen. Er sagte zunächst aber nur zu seinem Lebensweg aus. Er wurde demnach im Sudan geboren, lebte mit seiner Familie einige Jahre in Gaza und zog schließlich nach Syrien, das Heimatland seines Vaters.

Dort schloss er sich nach eigener Aussage nach zwei Jahren im Gefängnis dem Widerstand gegen das Regime an. Zu dem Vorwurf, sich dem IS angeschlossen und einen Anschlag in Düsseldorf geplant zu haben, wurde er zunächst noch nicht befragt. Seine Vernehmung soll am Donnerstag fortgesetzt werden.