Prozess um Anschläge in Katalonien mit 16 Toten und 140 Verletzten eröffnet

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Gedenken an die Opfer im August in Barcelona
Gedenken an die Opfer im August in Barcelona

In Spanien hat am Dienstag der Prozess gegen drei mutmaßliche Helfer der islamistischen Attentäter von Barcelona und Cambrils im Jahr 2017 begonnen. Zwei der Angeklagten müssen sich unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer dschihadistischen Zelle verantworten, alle drei müssen mit langjährigen Haftstrafen rechnen. Bei den von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierten Anschlägen waren 16 Menschen getötet und 140 verletzt worden. In Barcelona war ein Attentäter damals mit einem Lieferwagen auf dem Boulevard Las Ramblas in die Menschenmenge gerast.

Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in San Fernando de Henares im Osten von Madrid statt. Dem 23-jährigen Hauptangeklagten wird unter anderem Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sowie die Herstellung und der Besitz von Sprengstoff zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von 41 Jahren für ihn. 

Ein 31-jähriger mitangeklagter Marokkaner soll nach den Forderungen der Klagevertretung für 36 Jahre in Haft. Ihm werden dieselben Vergehen wie dem Hauptangeklagten zur Last gelegt. Er hatte den Lieferwagen gemietet, mit dem bei dem Anschlag auf den Ramblas im Zentrum von Barcelona 14 Menschen getötet wurden. Der dritte Angeklagte muss mit acht Jahren Haft rechnen, weil er den Attentätern ein Fahrzeug und Dokumente geliehen hatte.

Am 17. August 2017 war der islamistische Attentäter Younes Abouyaaqoub, ein 22-jähriger Marokkaner, mit dem Lieferwagen in die Menschenmenge auf der Flaniermeile in Barcelona gerast. Auf der Flucht tötete er einen weiteren Menschen, bevor er Tage später von der Polizei erschossen wurde. Am Tag nach dem Anschlag überfuhren fünf weitere mutmaßliche Islamisten im Badeort Cambrils mehrere Passanten, verletzten sie und erstachen eine Frau. Auch diese Angreifer wurden von der Polizei erschossen.

ao/cp