Prozess in Traunstein gegen drei mutmaßliche Schleuser aus Syrien

Urteil im Schleuser-Prozess um Tod von 13 Flüchtlingen

Vor dem Landgericht Traunstein hat am Dienstag ein Prozess gegen drei aus Syrien stammende mutmaßliche Schleuser begonnen. Den beiden Hauptangeklagten wird bandenmäßiges Schleusen in mehreren Fällen vorgeworfen, dem dritten Angeklagten eine Helfertätigkeit als Bootsführer bei einer der Schleuserfahrten über das Mittelmeer. Bei dieser Fahrt soll es eine Kollision mit einem Schiff gegeben haben, bei der mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen sein sollen.

Das Verfahren wird in Bayern verhandelt, weil ein zu den Hauptangeklagten zählender 27-jähriger Mann aus Aleppo zuletzt im bayerischen Burghausen lebte. Er soll zusammen mit dem anderen Hauptangeklagten - einem ebenfalls aus Aleppo stammenden 34-Jährigen - überwiegend Syrer in mindestens sechs Fällen über das Mittelmeer aus dem türkischen Izmir nach Griechenland geschleust haben.

Die beiden Männer sollen laut Anklage nicht seetaugliche Schlauchboote eingesetzt haben. Als Bootsführer sollen sie jeweils aus den Reihen der Flüchtlinge einzelne Männer rekrutiert haben, die im Gegenzug dann nicht die üblichen 800 bis 1200 Dollar für die Schleusung zahlen mussten.

Auf diese Weise sollen sie auch den dritten Angeklagten gefunden haben, der im September 2015 ein Schlauchboot mit mindestens 46 Menschen an Bord in Richtung der griechischen Insel Lesbos gesteuert haben soll. Das unbeleuchtete Boot kollidierte aber der Anklage zufolge nachts mit einem Frachtschiff - mindestens 13 Menschen starben, darunter mehrere Kinder.

In dem Verfahren sollen mehrere Flüchtlinge als Zeugen aussagen, die von den Angeklagten geschleust wurden. Den Beschuldigten drohen im Fall einer Verurteilung mehrere Jahre Haft.