Prozess: Opfer von Prügelattacke am Chlodwigplatz leiden bis heute unter der Tat

Zwei Männer haben im März Passanten attackiert. Am Montag ist der Prozess gestartet.

Sehstörungen, Nackenschmerzen, Schlafprobleme und Alpträume – ein halbes Jahr nach dem Gewaltexzess, den Jens P. am Chlodwigplatz erlebt hat, leidet er noch immer unter dessen Folgen. Am Montag hatte der 48-Jährige Gelegenheit, als Zeuge vor dem Landgericht zu erzählen, was ihm in der Nacht zum 4. März dieses Jahres passiert ist.

Doch weil zu den Folgen eine retrograde Amnesie gehört, also ein Gedächtnisverlust nach einem traumatischen Ereignis, konnte Jens P. (alle Namen geändert) zum Tathergang nichts sagen. Eine Entschuldigung der Angeklagten, die sie über ihre Verteidiger angeboten hatten, lehnte er entschieden ab: „Das möchte ich nicht, man ist mir ja nicht bloß auf den Fuß getreten.“

Attacke aus heiterem Himmel

Hamed G. (24) und Tarik D. (17) sind der gefährlichen Körperverletzung angeklagt und räumten die Vorwürfe zum Auftakt des Prozesses, für den vier Verhandlungstage eingeplant sind, im Wesentlichen ein. Zunächst bedrängten sie zwei Sportstudenten, die am späten Abend in einem Bus der KVB-Linie 132 von Meschenich zum Chlodwigplatz fuhren.

Ein paar Stationen nach dem Kölnberg stiegen Hamed G. und Tarik D. mit einem dritten Mann zu und begannen gleich, die zwei Passagiere, die ganz hinten saßen, zu bedrängen, bedrohten sie, durchwühlten die Sporttasche des einen, stahlen ihm 70 und dem anderen 30 Euro, außerdem ließen sie ein Erbstück mitgehen: einen kleinen Smaragd.

Täter haben Opfer ausgeguckt

Am Chlodwigplatz stiegen alle Beteiligten aus. Während die Studenten – nach ihren Angaben zuerst von einer Streifenwagenbesatzung abgewimmelt – Hilfe bei der Polizei suchten, hatten die hochaggressiven, alkoholisierten Täter schon ihre nächsten Opfer ausgespäht: Jens P., seine damalige Freundin Jessica M. (25) und deren Vater Heribert M. (54), die vom Essen in einem Lokal kamen. Nach Darstellung der Zeugen wurden sie aus heiterem Himmel angegriffen. Am glimpflichsten kam Jessica M. davon; trotzdem machen ihr bis heute Ängste zu schaffen.

Tarik D. habe ihr einen Schlag ins Gesicht versetzt, sagte sie, doch der Angeklagte schüttelte verneinend den Kopf. Ihr Vater erlitt eine Kopfplatzwunde, massive Rippenprellungen und verlor zwei Schneidezähne. Am schlimmsten sei für ihn das Erlebnis gewesen, dass er seine Tochter nicht habe schützen können: „Ich habe deswegen eine unbändige Wut.“ Jens P. trug ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Schädelbruch davon und musste in der Uniklinik stationär behandelt werden. Noch immer wird er psychologisch betreut....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta