Im Namen der Nudel: Spaghettimonster-Anbeter fordern gleiche Rechte wie Kirchen

Templin, Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters: Rüdiger Weida zelebriert die wöchentliche Nudelmesse

An diesem Freitag sind es drei Neugierige, die Templins berühmteste Messe besuchen wollen: Ein junger Mann, der erst neuerdings Mitglied der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" ist, seine Begleitung und eine Touristin aus Westfalen. Er trägt das T-Shirt der Spaghettijünger, sie hat in Templin Hinweise auf die "Nudelmesse" gesehen. "Ich bin neugierig, ob das Satire ist oder was es damit auf sich hat." Und natürlich wissen alle drei von dem bizarren Streit, der die Nudelmesse bekannt gemacht hat.

Mit der Frage, ob die Spaghettimonster-Anbeter für ihre Messe ebenso auf Schildern am Straßenrand werben dürfen wie die Evangelische und Katholische Kirche, haben sich mehrere Gerichte befasst, Medien bis nach China haben darüber berichtet. Am kommenden Mittwoch will das brandenburgische Oberlandesgericht in einem Berufungsverfahren seine Entscheidung verkünden. Geklagt hat der gemeinnützige Verein, als der die Satire-Kirche juri­stisch firmiert.

Die drei Gäste schauen sich suchend auf dem Einsiedlerhof nahe Templin um, eine Kirche gibt es hier nicht, das Nudelmonster-Schild hängt an einem Stall. Ein etwas beleibter Herr mit weißem Bart kommt aus dem benachbarten Wohnhaus, reicht allen die Hand – und bietet erst mal Kaffee an.

Glaubensbekenntnis wird vom Nudelholz abgelesen

Wer den Templiner Glaubensstreit verstehen will, sollte etwas Zeit mitbringen. Zwar dauert die "Nudelmesse" selbst nur 15 Minuten, auf dem Höhepunkt wird ein Glaubensbekenntnis vom Nudelholz abgelesen und das Aben...

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