Prozess gegen Schweizer Banker wegen Datenweitergabe an Deutsche

dpa-AFX

BELLINZONA (dpa-AFX) - Das Schweizer Bundesstrafgericht macht einem Banker den Prozess, der Steuerunterlagen an deutsche Behörden verkauft haben soll. Der Prozess findet am 4. und 5. September in Bellinzona im Tessin statt, wie eine Sprecherin des dort ansässigen Bundesstrafgerichts am Donnerstag bestätigte. Dem Schweizer würden unter anderem Wirtschaftsspionage, Verletzungen des Geschäfts- und des Bankgeheimnisses sowie Geldwäscherei vorgeworfen.

Der Prozess könnte allerdings gleich zum Auftakt platzen, wie Medien berichteten: Der Mann aus Basel habe seinen Wohnsitz inzwischen über die Grenze nach Deutschland verlegt. Ob er zum Prozess erscheine, wisse das Gericht auch erst bei Auftakt der Verhandlung, sagte die Gerichtssprecherin.

Mit dem Umzug erschwere der Mann den Anklägern die Ermittlungen über Geldströme, schreibt der "Tagesanzeiger". Nach Informationen der Zeitung liegt das Geld des Mannes auf deutschen Banken. Deutschland und die Schweiz tauschen zwar neuerdings automatisch Informationen über Konten aus. Das betrifft aber nur Steuerpflichtige im Nachbarland. Wenn der Mann nun in Deutschland wohnt und steuerpflichtig ist, trifft das auf ihn nicht zu.