Prozess gegen ranghohen syrischen Islamisten in Berlin begonnen

Justitia

Vor dem Berliner Kammergericht hat am Donnerstag der Prozess gegen zwei mutmaßliche radikale Islamisten aus Syrien begonnen. Einer der Männer, der 31 Jahre alte Abdulmalk A., gilt laut Anklage der Bundesanwaltschaft als früherer ranghoher Vertreter islamistischer Extremistengruppen in Syrien. Er soll ab 2012 für die Al-Nusra-Front und später für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft und strategisch wichtige Eroberungen verwaltet haben.

A. ist wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagt. Zum Zeitpunkt seines Eintritts in die Al-Nusra-Front galt diese als die stärkste der gegen die syrische Regierung kämpfenden Gruppen und wollte laut Anklage einen Gottesstaat mit den Regeln der Scharia errichten.

A. soll Befehlshaber im östlichen Syrien gewesen sein. Nachdem der IS die Kontrolle über die Region erlangt habe, habe er sich 2014 dieser Gruppe angeschlossen. Als Verwalter eines vom IS eroberten Kraftwerks habe er eine maßgebliche Position errungen. Für den Prozess sind Termine bis August angesetzt.

Mitangeklagt ist der 26-jährige Anas Ibrahim A.S., der sich ab 2012 einer Al-Nusra-Kampfeinheit angeschlossen haben soll. Er soll an mehreren Kampfeinsätzen beteiligt gewesen sein. Die beiden Männer kamen 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland und wurden im Mai vergangenen Jahres festgenommen.