Prozess gegen mutmaßlichen IS-Unterstützer vor Oberlandesgericht Celle begonnen

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Justitia

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) im niedersächsischen Celle muss sich seit Montag ein 38-jähriger mutmaßlicher Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantworten. Die Celler Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seinen zum IS nach Syrien ausgereisten Bruder von 2015 bis 2018 von Deutschland aus finanziell sowie logistisch unterstützt zu haben.

Demnach stand der Angeklagte in dieser Zeit in ständigem Kontakt zu seinem Bruder und unterstützte dessen Aktivitäten beim IS auf vielfältige Art und Weise. Er diente dank einer Vollmacht unter anderem als Vermögensverwalter seines Bruders und schickte diesem über Mittelsmänner 17.000 Euro in bar sowie Handys und Computer.

Zudem organisierte er laut Anklage die Ausreise von dessen Ehefrau und Kindern nach Syrien. Der Beschuldigte gehörte zum Umfeld des inzwischen verbotenen Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim um den Prediger Abu Walaa, der früher einer der zentralen Knotenpunkte in der islamistischen Szene in Deutschland war.

Der Angeklagte sitzt seit knapp neun Monaten in Untersuchungshaft. Ihm werden Unterstützung einer ausländischen Terrororganisation und teils Verstöße gegen EU-Wirtschaftssanktionen gegen den IS vorgeworfen.

Zum Prozessauftakt machte der 38-Jährige einem Gerichtssprecher zufolge lediglich Angaben zu seiner Person, äußerte sich aber nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Für das Verfahren sind zunächst Verhandlungstermine bis August angesetzt.

bro/cfm