Prozess gegen Mitarbeiter von türkischer Zeitung "Cumhuriyet" wird fortgesetzt

Demonstranten halten türkische Zeitung "Cumhuriyet" hoch

Der Prozess gegen 17 Mitarbeiter der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet" ist am Montag fortgesetzt worden. Den Mitarbeitern der regierungskritischen Zeitung wird vorgeworfen, die Gülen-Bewegung sowie die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die linksextreme DHKP-C zu unterstützen - nach Ansicht der Regierung in Ankara sind alle drei Terrororganisationen. Die zweite Runde der Anhörungen fand in einem Gerichtsgebäude neben dem Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul statt.

Die Angeklagten wiesen die Vorwürfe in ihren Plädoyers zurück. Sie verwiesen darauf, dass die Zeitung die Gülen-Bewegung ebenso wie die kurdischen Rebellen immer kritisiert habe. Die Zeitung wirft der Regierung vor, eine der letzten unabhängigen Zeitungen des Landes zum Schweigen bringen zu wollen.

Sieben der Angeklagten wurden Ende Juli unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Die vier prominentesten Angeklagten - Herausgeber Akin Atalay, Chefredakteur Murat Sabuncu, die Investigativjournalisten Ahmet Sik und Kolumnist Kadri Gürsel - sind weiterhin in Haft.

Der Prozess stiößt auch international auf Kritik. So verlangte die US-Regierung die Freilassung aller Journalisten, die nach dem gescheiterten Putsch im vergangenen Juli "willkürlich" festgenommen worden seien. Sollten die Angeklagten verurteilt werden, drohen ihnen bis zu 43 Jahre Haft. Seit dem Putschversuch vor einem Jahr wurden in der Türkei mehr als hundert Journalisten inhaftiert und fast 150 Medien geschlossen.