Prozess gegen Mann von IS-Rückkehrerin Jennifer W. soll Ende April starten

Der Prozess gegen den Mann der IS-Rückkehrerin Jennifer W. soll am 24. April vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) beginnen. Der Iraker Taha A.-J. muss sich unter anderem wegen Völkermords an den Jesiden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Menschenhandels und Mordes an einem fünfjährigen jesidischen Mädchen verantworten, wie das OLG am Freitag mitteilte.

Die aus Niedersachsen stammende Jennifer W. und ihr Mann sollen im früheren Herrschaftsgebiet des IS im Irak eine als Sklavin gekaufte fünfjährige Jesidin qualvoll verdursten lassen haben. W. steht deshalb in München vor Gericht.

A.-J. soll sich spätestens im März 2013 dem IS angeschlossen haben. Er kaufte den Ermittlern zufolge im Sommer 2015 aus einer Gruppe von jesidischen Gefangenen eine Frau und deren fünf Jahre alte Tochter, die dann als Sklavinnen bei W. und ihm leben mussten.

A.-J. soll sie unter anderem mehrfach geschlagen und erniedrigt haben. Das Mädchen soll er schließlich als Strafe für das Urinieren auf eine Matratze bei Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius im Freien an ein Fenster gefesselt haben.

Das Kind sei in der Hitze qualvoll gestorben. Die Mutter soll er zuvor dazu gezwungen haben, bei der hohen Außentemperatur barfuß nach draußen zu gehen. Dabei habe die Frau große Schmerzen an den Füßen erlitten.

A.-J. wurde im Mai in Griechenland festgenommen. Im Oktober wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seither in Untersuchungshaft. Bis Ende August sind zunächst 23 Verhandlungstage angesetzt.