Prozess gegen Jugendtrainer wegen sadistischer Methoden und Missbrauchs

Waagschalen der Justitia

Zwei Trainer einer Berliner Jugendfußballmannschaft müssen sich seit Mittwoch wegen sadistischer und sexuell missbräuchlicher Methoden im Umgang mit ihren Spielern vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 26-Jährigen sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen, Beleidigung, gefährliche Körperverletzung und Nötigung vor. Das Gericht kam zum Prozessauftakt noch nicht zu einem Urteil, das Verfahren wird laut einer Gerichtssprecherin am 9. November fortgesetzt.

Die Fußballtrainer sollen ihren zehn und elf Jahre alten Spielern in einem Hotel während eines Turniers in Rostock zahlreiche entwürdigende Aufgaben gestellt haben, etwa aus der Toilette zu trinken. Außerdem sollen die Männer Kinder aufgefordert haben, sexuelle Handlungen aneinander vorzunehmen. Die Kinder hätten aus Angst mitgemacht. Auch im Training habe in Form von Schlägen, Beleidigungen und Drohungen ein Klima der Einschüchterung geherrscht.

So soll einer der Trainer bereits bei einem früheren Trainingslager einen Jungen genötigt haben, sich wie ein Hund unter einen Tisch zu setzen und dort zu warten. Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" wurden die beiden Trainer nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus ihrem Verein ausgeschlossen, außerdem erhielten sie ein Stadionverbot.