Frankfurt/Oder: Prozess gegen Jan G.: "Gefahr für Allgemeinheit"

Der Angeklagte Jan G. im Verhandlungssaal des Landgerichts

Frankfurt (Oder).  Wenn der Angeklagte mit nur einem Attribut beschrieben werden müsste, dann wäre es "kläglich". Er wird von sechs Beamten in den Verhandlungssaal des Schwurgerichts Frankfurt (Oder) geführt und dort von ihnen auch bewacht. Er ist gefesselt an Händen und Füßen. Mit gesenkten Kopf sitzt der 24-Jährige zwischen seinem Verteidiger und einem amtlich eingesetzten Betreuer, passiv, als wolle er sich ducken.

Jan G. ist des dreifachen Mordes angeklagt. Es sind – vieles deutet darauf hin – die Taten eines Wahnsinnigen. Am 28. Februar attackierte er zunächst seine Großmutter in deren Haus in Müllrose (Oder-Spree). Es war ihr 79. Geburtstag. Er wohnte bei ihr und soll sich geärgert haben, dass die Badewanne mit Gegenständen vollgestopft war. Er schlug die alte Frau, trat, würgte und tötete sie, so steht es im Anklagesatz, "mit ihrem Lieblingsküchenmesser mit einer Klingenlänge von 25 Zentimetern". Anschließend setzte er sich in den Honda Jazz der Großmutter und absolvierte eine Amokfahrt.

Er fährt Schlangenlinie, damit ihn niemand überholen kann

Als Staatsanwalt Jörg Tegge das Geschehen detailliert vorträgt, wirkt es, als lese er aus dem Drehbuch eines Actionfilms. Jan G. hat keinen Führerschein, steht unter Drogen. Seine Fahrweise fällt auf. Er wird von einem Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene verfolgt. Jan G. rast weiter, zeitweise auch in Schlangenlinie, damit ihn die Verfolger nicht überholen können. Er zwingt andere Verkehrsteilnehmer zu Notbremsungen, kollidiert mit Fahrzeugen, steu...

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