Prozess gegen Bundeswehrsoldaten in Freiburger Missbrauchsfall angesetzt

Landgericht Freiburg

Im Missbrauchsfall um einen Jungen aus dem Raum Freiburg beginnt am 7. Mai ein zweiter Prozess. Die Anklage gegen einen 49 Jahre alten Stabsfeldwebel der deutsch-französischen Brigade im Elsass wurde zugelassen, wie das Landgericht Freiburg am Montag mitteilte. Dem Mann würden schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, besonders schwere Zwangsprostitution und die Verbreitung kinderpornografischer Schriften vorgeworfen.

Für das Verfahren vor der Jugendkammer setzte das Gericht vier Verhandlungstage bis zum 15. Mai an. Es seien zehn Zeugen vorgeladen worden, außerdem werde ein psychiatrischer Gutachter an dem Prozess teilnehmen. Dieser solle ein Gutachten zu der Frage erstellen, ob auch dieser Angeklagte im Anschluss an eine Haftstrafe in Sicherungsverwahrung genommen werden soll. Im vergangene Woche zu Ende gegangenen ersten Prozess um den Missbrauchsfall hatte das Gericht im Anschluss an eine zehn Jahre dauernde Haft Sicherungsverwahrung angeordnet.

Der Fall um den Jungen aus dem baden-württembergischen Staufen sorgt seit seinem Bekanntwerden bundesweit für Entsetzen. Ein einschlägig vorbestrafter Pädophiler soll das Kind zusammen mit dessen Mutter missbraucht und über das Darknet anderen Pädophilen zum Missbrauch gegen Geld angeboten haben. Der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Haupttäter beginnt im Juni.