Prozess gegen Arzt wegen hunderter falscher Impfpässe in Bochum begonnen

Vor dem Landgericht Bochum hat am Donnerstag ein Prozess gegen einen Arzt und eine Sprechstundenhilfe wegen hunderter falscher Impfpässe begonnen. Die Anklage wirft ihnen das gewerbsmäßige Ausstellen falscher Gesundheitszeugnisse vor. Der Arzt soll in seiner Privatpraxis in Recklinghausen zwischen Juni 2021 und Januar 2022 in 589 Fällen falsche Corona-Impfbescheinigungen ausgestellt haben. Diese Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen habe es jedoch nie gegeben.

Der 66-Jährige soll das vermeintliche Impfdatum und den vermeintlichen Impfstoff mit dem Chargenkleber in die Impfpässe eingetragen und mit seiner Unterschrift versehen haben. Seine Sprechstundenhilfe habe ihn dabei gemäß einer Vereinbarung von Anfang an unterstützt. Sie habe die vermeintlichen Impftermine mitorganisiert, die Vorderseite der falschen Impfpässe ausgefüllt und Patienten darüber informiert, wie teuer die Ausstellung eines falschen Impfpasses sei.

Beide hätten mit dem Ziel gehandelt, sich eine wiederkehrende Einnahmequelle zu verschaffen. Durch das Aufstellen einer Spendenbox sollen sie mindestens 12.647 Euro eingenommen haben. In 23 Fällen soll der Arzt zudem Lieferungen seiner Bezugsapotheke mit Coronaimpfstoff zerstört haben. Bis Ende März wurden noch 22 weitere Verhandlungstermine angesetzt.

ald/cfm