Prozess gegen Anführer von Protestbewegung in Marokko begonnen

Anhänger fordern Freilassung von Zefzafi

In Marokko hat der Prozess gegen den Anführer einer Protestbewegung begonnen. Nasser Zefzafi stand am Dienstag vor dem Berufungsgericht in Casablanca. Dem 39-Jährigen droht die Todesstrafe wegen "Untergrabung der inneren Sicherheit". Im Frühjahr war er zum Gesicht einer Bewegung geworden, die sich gegen Arbeitslosigkeit, die schlechte Gesundheitsversorgung und Korruption in der armen Rif-Region im Norden Marokkos richtet.

Die nächste Anhörung soll kommende Woche Dienstag stattfinden, wie ein Richter kurz nach Beginn der Verhandlung in dem vollgepackten Gerichtssaal entschied. Neben Zefzafi erschienen etwa 30 weitere Anhänger der Bewegung vor dem Gericht, ihnen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Insgesamt etwa 50 Anwälte, dutzende Angehörige und Besucher drängten sich ebenfalls in den Saal.

Außerhalb des Gerichts forderten zahlreiche Anhänger die Freilassung der Angeklagten. Zefzafi war Ende Mai festgenommen worden, daraufhin gingen seine Anhänger fast täglich auf die Straße.

Die Protestbewegung war aus der Empörung über den grausamen Tod eines Fischverkäufers entstanden. Dieser war in der Presse eines Müllwagens zerquetscht worden, als er versuchte, Behördenmitarbeiter daran zu hindern, seine Ware zu zerstören.