Prozess gegen 48-Jährigen wegen hundertfachen Trickdiebstahls in Oldenburg begonnen

Wegen Trickdiebstahls in über hundert Fällen hat vor dem Oldenburger Landgericht der Prozess gegen einen 48-Jährigen begonnen. Zu Beginn wurde am Freitag die Anklage verlesen, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der Mann soll sich demnach von Januar 2021 bis Februar 2022 als Mitarbeiter von karitativen Einrichtungen oder Polizeibeamter ausgegeben und im Großraum Oldenburg betagte Menschen zu Hause bestohlen haben.

Dabei trug er teilweise auch Kleidung der entsprechenden Organisationen. Unter verschiedenen Vorwänden soll er Einlass in die Wohnungen der Geschädigten erlangt und dort um Spenden oder das Vorzeigen einer EC-Karte gebeten haben. Laut Anklageschrift bat der 48-Jährige um ein Glas Wasser oder darum, die Toilette benutzen zu dürfen, und lenkte so die Wohnungsinhaber ab.

Der Angeklagte soll dann Bargeld und die Girokarte aus den Geldbeuteln gestohlen haben. Sofern sich ein Hinweis auf die Geheimnummer der Karte im Portemonnaie befand, hob er in der Folgezeit damit Geld ab. Teilweise soll er zuvor als vermeintlich karitative Vertrauensperson die Senioren auch dazu veranlasst haben, ihm die Nummer zu nennen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 131 Fälle des gewerbsmäßigen Diebstahls und der anschließenden Geldabhebung vor, in fünf Fällen kam es nur zum Versuch. Insgesamt soll er dadurch über 112.000 Euro erlangt haben. Dem 48-Jährigen werden zudem noch weitere Straftaten wie die Unterschlagung einer gefundenen EC-Karte, der Diebstahl einer Handtasche sowie der Besitz von einer geringen Menge Kokain zur Last gelegt.

Insgesamt soll der Angeklagte, der sich in Untersuchungshaft befindet, 146 Straftaten begangen haben. Für den Prozess wurden zunächst acht weitere Verhandlungstermine bis Anfang November angesetzt.

awe/cfm

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