Prozess gegen 29-jährigen Briten wegen Hackerangriffs auf Telekom begonnen

Prozess wegen Hackerangriffs auf Deutsche Telekom

Knapp acht Monate nach einem großangelegten Cyberangriff auf Router der Deutschen Telekom hat am Freitag der Prozess gegen den mutmaßlichen Hacker begonnen. In dem Verfahren vor dem Kölner Landgericht muss sich ein 29-jähriger Brite wegen versuchter gewerbsmäßiger Computersabotage verantworten. Bei einer Verurteilung drohen dem im Ermittlungsverfahren weitgehend geständigen Angeklagten Daniel K. zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.

Der Brite war im Februar in London festgenommen worden und sitzt seit seiner anschließenden Auslieferung nach Deutschland in Untersuchungshaft. Er soll Ende November vergangenen Jahres "Speedport"-Router der Telekom über eine Schwachstelle attackiert haben. Laut Anklage wollte der zuletzt auf Zypern wohnhafte Mann die Router zum Teil eines sogenannten Botnetzes machen.

Bei solchen Botnetzen werden internetfähige Geräte zusammengeschaltet, um sie dann beispielsweise zum Verschicken von Spam-Mails zu nutzen. Die Attacke auf die Telekom-Router hatte zwar keinen durchschlagenden Erfolg. Sie führte aber dazu, dass fast 1,25 Millionen Endkundenanschlüsse des Unternehmens ausfielen. Den dadurch entstandenen Schaden beziffert die Telekom auf gut zwei Millionen Euro.

Auf die Spur des Briten kamen die Ermittler durch technische Nachforschungen der Telekom und des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). Für den Kölner Prozess hat die Strafkammer nur zwei Verhandlungstage angesetzt - ein Urteil könnte bereits am kommenden Freitag fallen.