Prozess gegen 221 mutmaßliche Putschisten in der Türkei fortgesetzt

In der Türkei ist ein Massenprozess gegen 221 mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputsches vom Juli 2016 am Montag fortgesetzt worden. Zum Auftakt des Verhandlungstags im nahe Ankara gelegenen Sincan verteidigte sich der frühere Generalstabs-Kommandeur Ali Gültekin gegen die Vorwürfe.

Den Angeklagten, unter ihnen 26 Generäle, wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer "Terrororganisation" und ein versuchter Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung vorgeworfen. Der Prozess hatte im Mai begonnen. In den ersten vier Wochen kamen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 56 Angeklagte zu Wort.

Unter den Angeklagten, aber nicht bei dem Prozess anwesend, ist auch der islamische Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putsch verantwortlich macht. Gülen lebt seit Jahren im Exil in den USA und bestreitet jede Beteiligung.

Beim Putschversuch vom 15. Juli 2016 waren fast 250 Menschen getötet worden, 24 Putschisten nicht eingerechnet. Der Umsturzversuch gegen Staatschef Recep Tayyip Erdogan scheiterte. Rund 50.000 Menschen wurden seitdem festgenommen. Es laufen mehrere Prozesse gegen mutmaßliche Putschisten.