Prozess in Frankfurt/Oder: Nackt im Wald ausgesetzt: Gericht verhängt Bewährungsstrafen

Die angeklagten Frauen (ganz l. und 2. v. r.) verdecken ihr Gesicht im Prozess um den verschleppten und nackt im Wald ausgesetzten Mann

Daniela N. hat die beiden Frauen zusammengebracht. Es war gut gemeint, aber keine gute Idee. "Ich kannte ja beide und ihre Probleme. Ich dachte, dass es besser ist, wenn die beiden gemeinsam auftreten, dann sind sie stärker und bekommen Hilfe bei der Polizei", sagte die 44-Jährige am Mittwoch vor einer Strafkammer des Landgerichts. Doch die 39-jährige Yvonne S. und die zwei Jahre jüngere Birgit K. gingen nicht zur Polizei. Sie wehrten sich gegen den verhassten Mann, der ihnen massiv nachstellte und sie psychisch krank machte, auf ihre eigene Art.

Die Juristen nennen es in diesem Fall Freiheitsberaubung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Yvonne S., die mit Thomas L. neun Jahre lang verheiratet war, wurde zu 17 Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt auf Bewährung. Birgit K., sie war nach Thomas L.s Scheidung nur einige Monate lang seine Lebensgefährtin, bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Das Gericht war überzeugt, dass die Frauen geplant hatten, was am 23. März 2015 im nördlich von Berlin gelegenen Zepernick begann: Drei oder vier vermummte Gestalten zwangen den 44-jährigen Thomas L. in einen Transporter, fesselten und knebelten ihn. Was folgte, hätten die Frauen zumindest in Kauf genommen: Thomas L. wurde verprügelt, entkleidet und nackt in einen Graben geworfen. "Wie ein Stück Müll", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Er beschrieb Thomas L. als einen "unangenehmen Zeitgenossen"; mit einer "narzistischen Persönlichkeit", die nicht verkraftet habe, das...

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