Prozess: Ermordete Schwangere in Weiden – „Was bist Du bloß für ein Mensch“

Die Schwester des Opfers schrie den Angeklagten im Gerichtssaal an.

Die letzten Stunden im Leben von Tina G. (33): Im Zeugenstand erinnert sich die ältere Schwester des Mordopfers an jenen Abend im November 2016, als ihr Tina G. beim gemeinsamen Besuch des Weihnachtsmarktes anvertraute, dass sie das Zusammenleben mit dem 15 Jahre älteren Ehemann so satt hatte, obwohl sie ein Kind von ihm erwartete. „Ich habe einen Fehler gemacht, wollte unbedingt eine eigene Familie, Kinder haben“, soll die Schwester geklagt haben.

Die ständige Eifersucht ihres Mannes, der die selbstständige Kosmetikerin kontrollierte, wo er nur konnte, in sozialen Netzwerken über ihren Account den Adressaten verbat, mit seiner Frau weiterhin zu kommunizieren, sei nicht länger zu ertragen gewesen: „Ich möchte nicht mehr mit ihm leben. Es ist ein Leben wie im Gefängnis“, habe sie der Schwester erklärt, aber im gleichen Atemzug beteuert „wie sehr sie ihn liebe“.

„Tina war ein fantastischer Mensch, immer fröhlich, großzügig, gut gelaunt und jedem zugewandt“, beschreibt die Schwester das Opfer. Der Ehemann hatte seine Frau nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes am Schulzentrum in Weiden – in der Nähe der gemeinsamen Wohnung – mit zwei Schüssen in Kopf und Herz regelrecht hingerichtet. Gegenüber der Familie gab er an, seine Frau sei weggelaufen, danach hatte er versucht, sich das Leben zu nehmen. Im Prozess schweigt er bisher zu dem Mordvorwurf und hat sein Geständnis widerrufen.

Streit am Tatabend

„Was bist Du bloß für ein Mensch“, schreit die Schwester plötzlich unter Tränen den Angeklagten an, der daraufhin nur mit den Augen rollt und sich seelenruhig abwendet. An jenem Novemberabend habe sich das Ehepaar vor ihren Augen gestritten, deshalb habe sie geglaubt, die Schwester habe bei einer Freundin übernachtet und sei deshalb nicht an ihr Handy gegangen. Immer wieder habe sie noch am Abend versucht, die Schwangere telefonisch zu erreichen, schrieb eine SMS nach der anderen, weil sie sich sorgte: „Ist alles ok? Schläfst Du schon?“ – Doch es kam keine Antwort.

Als sie den Schwager am Handy erreichte, teilte der ihr mit, seine Frau sei „davongelaufen, er wollte sie suchen gehen“. Am nächsten Morgen teilte er telefonisch mit, sie nicht gefunden zu haben. Da war Tina G. bereits seit Stunden tot. „Ich hätte nie gedacht, dass er sie tötet“, schluchzt die Schwester, die sich heute Vorwürfe macht, nicht schon viel früher ihre Hilfe angeboten zu haben: „Wir hätten das Kind mit Tina alleine groß gezogen, ohne ihn.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta