Prozess in Berlin: Sex gegen Daten aus Dienstcomputer? Polizist streitet ab

Tabledance-Bar (Symbolbild)

Ein Berliner Polizeibeamter, der Dienstgeheimnisse verraten haben soll, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. 266 Mal soll er illegal Informationen aus dem Polizeicomputer abgefragt, weitergegeben und dafür Gegenleistungen erhalten haben – unter anderem von einem Betreiber einer Tabledance-Bar. Er habe diese Abfragen in seinem dienstlichen Einsatz im Bereich der Bekämpfung von Hehlerei getätigt, erklärte der wegen der Bestechungsvorwürfe suspendierte 50 Jahre alte Beamte am Donnerstag zum Beginn des Korruptionsprozesses vor dem Amtsgericht Tiergarten. Sein Verteidiger sagte: "Wir weisen die Vorwürfe komplett zurück."

Der Oberkommissar soll zwischen März 2012 und September 2014 unbefugt personenbezogene Daten aus dem polizeilichen Informationssystem abgerufen haben. Dafür habe er unter anderem von einem Chef einer Bar in Charlottenburg Zuwendungen wie freien Eintritt, freie Getränke, Nutzung von Limousinen und sexuelle Dienste erhalten, so die Anklage. In einem weiteren Fall sei er mit einem Deutschland-Trikot der Fußballnationalmannschaft belohnt worden, weil er eine Fahndungsabfrage für einen Tankwart tätigte. Zudem habe der Beamte für Kfz-Abfragen 200 Euro erhalten.

Sechs Männer im Alter von 33 bis 54 Jahren - darunter etwa der Chef einer Bar oder ein sogenannter Fahrzeugrückholer eines Inkassounternehmens - sind als Empfänger der Informationen wegen Bestechung mitangeklagt. Weil der 54-jährige Barbetreiber nach Angaben seines Verteidigers bereit ist, einen Strafbefehl über 2250 E...

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