Prozess in Berlin: Rockermord - Polizistin will Aussage verweigern

Ein Angeklagter sitzt im Kriminalgericht auf der Anklagebank

Der schon seit drei Jahren im Moabiter Kriminalgericht laufende Prozess gegen den Rockerboss Kadir Padir sorgt immer wieder für Überraschungen. Aktuell geht es um eine Beamtin des Landeskriminalamtes, die vor Gericht nicht aussagen will. Justizsprecherin Lisa Jani hat der Berliner Morgenpost bestätigt, dass der Anwalt der Oberkommissarin dem Schwurgericht am vergangenen Freitag ein Fax zukommen ließ, in dem er erklärte, dass seine Mandantin ein Aussageverweigerungsrecht habe und davon auch Gebrauch machen wolle.

In dem Prozess geht es um Mord im Rockermilieu, der sich am 10. Januar 2014 in einem Wettbüro in Reinickendorf abgespielt hatte. Es gab damals Hinweise, dass die Rockervereinigung Hells Angels einen Racheakt gegen den später erschossenen Tahir Özbek plante, weil dieser zwei Hells Angels mit einem Messer niedergestochen haben soll. Das LKA hatte von den Racheplänen gewusst und dennoch nicht reagiert.

Information offenbar nicht weitergegeben

Einem Bericht von "Spiegel Online" zufolge soll die Oberkommissarin drei Tage vor dem Mord durch abgehörte Telefonate erfahren haben, dass sich Özbek in Reinickendorf aufhielt und die Hells Angels davon wussten. Es gebe in den Akten jedoch keinen Vermerk, nach dem die Beamtin darüber ihren Vorgesetzten informiert habe. Interne Ermittlungen gegen die Oberkommissarin sollen erfolglos geblieben sein.

Wie das Gericht ein eventuelles Aussageverweigerungsrecht der Beamtin einschätzt, ist bislang offen. Die Zeugenaussage der Beamtin, so Sprech...

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