Prozess in Berlin: Mutmaßlicher Mörder ließ sich von Notfallseelsorger trösten

Der wegen Mordes angeklagte Dennis M. im Gerichtssaal

Berlin.  Wer genau ist Dennis M.? Dieser Mann, der im Saal 618 des Kriminalgerichts in Moabit sitzt, die Lesebrille auf der Nasenspitze und sich bei den Aussagen der Zeugen fleißig Stichpunkte notiert. Als sei er ein Gutachter. Doch der 50-Jährige ist der Angeklagte. Ihm werden von der Staatsanwaltschaft zwei Morde vorgeworfen.

Am Freitag sagten vor Gericht zwei Feuerwehrleute aus. Sie sind am 21. November 2016 eigentlich wegen einer verletzten Frau zu diesem Grundstück im Ortsteil Müggelheim gerufen worden. Aber die 66-jährige Marita K. war schon gestorben, nach mehreren Messerstichen, wie sich später herausstellte.

Dennis M., Lebensgefährte der Tochter der Getöteten, saß damals zusammengekauert am Hauseingang. "Er machte einen bedrückten Eindruck, war komplett neben sich", erinnerte sich einer der Feuerwehrleute. Sie hätten versucht, beruhigend auf ihn einzuwirken und einen Notfallseelsorger alarmiert. Der andere Feuerwehrmann hielt es für möglich, dass M. unter Schock stand.

War es eine geradezu grandiose schauspielerische Leistung? War Dennis M. beeindruckt von der eigenen Tat? Oder fühlte er sich tatsächlich unschuldig? Vieles scheint möglich.

Gekannt, das ist sicher, hat den Angeklagten auch seine Lebensgefährtin nicht. Jessika K. hielt den gelernten Tischler für einen promovierten Wissenschaftler. Einen erfolgreichen Mann mit mehreren Hunderttausend Euro auf dem Konto, an das er nur leider derzeit gerade nicht herankam. Weil er seinen Rucksack verloren habe, in dem sich auch die EC...

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