Prozess in Berlin: Frau sagt in Prostitutionsprozess aus Angst per Video aus

Das Kriminalgericht Moabit (Archivbild)

Die Zeugin steht in einem Gerichtssaal in Varna/Bulgarien. Ihre aus Aussage wird in den Saal B129 des Moabiter Kriminalgerichts online übertragen. Subka S. sagt gleich zu Beginn, dass ihr versprochen worden sei, dass die drei aus ihrem Heimatland stammenden Angeklagten bei ihrer Aussage nicht anwesend sind. Sie fürchte um ihr Leben und das Wohl ihrer Familie. Aber dafür ist es zu spät. Die drei Angeklagten - zwei Frauen, ein Mann- haben sie längst auf der Videoleinwand gesehen. Und es ist in diesem Fall nach deutschem Recht auch nicht möglich, sie bei der Aussage der Zeugin einfach aus dem Saal zu entfernen.

Es geht um Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung in diesem Verfahren, um Zuhälterei, Erpress und Drogenhandel. Der 50-jährige Krasimir B. soll seit 2005 in Berlin ein Bordell und einen Escortservice betrieben haben. Die beiden angeklagten Frauen waren selbst Prostituierte, bevor sie sich in maßgebenden Funktionen an B.s Betrieben beteiligt haben sollen.

"Eine gewisse Liebe" verband das mutmaßliche Täter-Paar

Die 25-jährige Angeklagte Tanya A. hat zu Beginn des Prozesses zugegeben, das Bordell geleitet zu haben. Eigentlicher Chef sei aber der Mitangeklagte Krasimir B. gewesen. Sie waren ein Paar. Tanya sprach von "einer gewissen Liebe" und dass sie mit B. 2017 eigentlich zurück nach Bulgarien gehen und dort ein bürgerliches Leben führen wollte. Dazu kam es nicht. Auch weil die Ermittler schneller waren. Das Gericht hat nun die Aufgabe, herauszubekommen, was an de...

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