Prozess in Berlin: Angeklagte bestreitet Mordpläne gegen Schwiegermutter

Hülya T. und Mehmet A. (r.) mit ihren Anwälten

Der Anklagevorwurf hat es in sich: versuchte Anstiftung zum Mord. Ob sich das vor einer Moabiter Strafkammer beweisen lässt, bleibt jedoch abzuwarten. Und es gibt durchaus Indizien für eine schwache Beweislage: beide Angeklagte werden nicht aus der Untersuchungshaft vorgeführt, sondern können zum Prozess von zu Hause aus kommen.

Beide erschienen dann auch am Donnerstag zum ersten Verhandlungstag; die 27-jährige Hülya T. und der 50-jährige Mehmet A. Ihr gemeinsames Opfer war - zumindest laut Anklage - die 50-jährige Fatimana T. Sie ist die Schwiegermutter von Hülya T. und die Ex-Lebensgefährtin von Mehmet A. Zehn Jahre war sie mit ihm zusammen. Schon 2013 soll sie die Beziehung mit ihm beendet, mit ihm aber weiter in einer Wohnung gelebt haben. Den endgültigen Schritt gab es dann nach einer Fahrt in die Türkei, wo sie sich einem anderen Mann zugewandt haben soll. Anschließend, heißt es, sei Mehmet aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen - sie hatte sich also endgültig von ihm getrennt. Und genau das soll der Anlass gewesen, sie umbringen zu lassen.

Der Anklage zufolge soll Mehmet A. im Februar 2016 in Wedding mit zwei Männern in einem Auto gesessen haben. Beide sind Söhne von Fatimana T., die noch zwei weitere Söhne hat. Auf dem Weg von der Brunnenstraße in die Voltastraße soll Mehmet A. die beiden Männer aufgefordert haben, Fatimana T. umzubringen. "Konkret forderte er die Zeugen auf, die ,Familienehre rein zu waschen' und ,den Dreck zu beseitigen'", heißt es im Anklagesatz.

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