Provokation aus Ungarn: "Merkel hat mehr geschadet als Hitler"

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Mit der "Öffnung der deutschen Grenzen für Flüchtlinge" habe Angela Merkel dem Land mehr geschadet als Hitler, polterte László Földi am Sonntag im ungarischen Staatsfernsehen. Der frühere ungarische Geheimdienstchef ist um keine Provokation verlegen.

Am Tag der Bundestagswahl haben Talkgäste im "Commentator Club" - eine Sendung im ungarischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender M5 - die Ereignisse analysiert und über Merkels 16-jährige Kanzlerschaft gesprochen. László Földi war als Experte für Sicherheitspolitik zu eingeladen.

Földi, Stammgast im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sagte, die letzte kreative Kraft in Deutschland sei Helmut Kohl gewesen. Er bezeichnete Merkel als eine "zerstörerische Kraft", die "alles aufgebraucht hat, was ihre Vorgänger aufgebaut haben".

Provokateuer László Földi kritisiert geschwächtes Deutschland

Nach Ansicht des ehemaligen Nachrichtenoffiziers ist Deutschland die eigentliche treibende Kraft in Europa, und deshalb hätte Merkel nichts Neues schaffen, sondern nur das Niveau halten müssen. Dazu wäre sie jedoch nicht in der Lage gewesen, sondern habe Deutschlands Position demontiert.

Die Wahrheit ist, dass Deutschland am härtesten getroffen wurde, als es 2015 seine Grenzen geöffnet hat, ein bisschen härter noch als durch Hitler. Denn von da an hat sich eine komplette Krisensituation entwickelt, ein frustrierter Zustand.

László Földi
ehemaliger ungarischer Geheimdienstchef

László Földi habe im Frühjahr 2016 - etwa ein halbes Jahr nachdem etwa eine Million Geflüchtete in Deutschland Schutz gefunden haben - in mehreren deutschen Städten Vorträge zum Thema Migration gehalten. Als er gefragt wurde, was denn nun zu tun sei, habe er auf Wahlen als Mittel verwiesen.

Aber das Publikum des Vortrags - nach Földis Darstellung Menschen aus intellektuellen Kreisen - habe erwidert, dass es "niemanden gebe, der oder die geeigneter wäre als Merkel". Földi sah darin einen manifestierten "falschen Reflex" und einen Beweis dafür, dass Deuschland unter einer Führungsschwäche leide.

Jean-Claude Juncker: 2015 war die größte Errungenschaft ihrer Kanzlerschaft

Sobald sich die am 26. September gewählten Parteien auf eine Koalition geeinigt haben, tritt Angela Merkel nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin ab und hat mit ihrer Politik Deutschland und ganz Europa geprägt. Die meisten Politiker und Analysten loben ihre mehr als anderthalb Jahrzehnte währende Amtszeit. Eine aktuelle europäische Umfrage ergab, dass 80 Prozent der Befragten ihr vertrauen und ein positives Bild von Deutschland haben.

Der ehemaliger EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bezeichnete Merkels Rolle während der Flüchtlingskrise 2015 kürzlich im Euronews-Interview als ihren größten Erfolg.

"Ich hatte sie im August, September 2015 oft am Telefon, und wir trafen uns sehr oft", so Juncker.

Was für ein Bild gibt die Europäische Union nach außen ab und welches Bild gibt Deutschland ab, wenn wir die Grenzen schließen, wenn wir Armee und Polizisten an die Grenze zu Österreich stellen und diese armen Menschen zurückweisen?

Angela Merkel 2015 im Gespräch mit Jean-Claude Juncker

"Viele von ihnen kamen aus Syrien, andere aus Afghanistan, von überall her. Arme Menschen, verzweifelte Menschen. Und sie tat das gegen die Mehrheit der deutschen Öffentlichkeit und gegen die Mehrheit in ihrer eigenen Partei, der CDU. Ein Anführer ist jemand, der zu seinem eigenen Lager nein sagen kann", so Jean-Claude Juncker.

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