Protestinszenierung : Berlins Polizei beendet Besetzungstheater an der Volksbühne

Am Nachmittag führen Beamte die letzten Besetzer aus der Volksbühne. Für diese ist das scheinbar immer noch ein großer Spaß

Lautsprecheranlagen, eine Discokugel, Trommeln und Gitarren tragen die Aktivisten aus einem Seiteneingang der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte. Was man eben so braucht für die Besetzung eines Theaters. Doch ihre große Protestinszenierung ist vorbei: Die Polizei hat am Donnerstag die Besetzung der Volksbühne friedlich beendet, nachdem Hausherr Chris Dercon nach langen Diskussionen Strafantrag gegen die Aktivisten gestellt hatte. 21 Menschen begleitete die Polizei am frühen Nachmittag aus dem Haus, fünf von ihnen mussten hinausgetragen werden.

Nachdem es in den vergangenen Tagen nach einer langwierigen Hängepartie um das Theater ausgesehen hatte, zeigten Chris Dercon und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Donnerstag, dass sie sich von den Besetzern nicht weiter vorführen lassen wollten. "Die Volksbühne hatte den Besetzerinnen und Besetzern ein auf Kompromiss orientiertes, gutes Angebot unterbreitet", erklärte der Kultursenator. Dies hätten die Aktivisten nicht angenommen. Den Besetzern sei angeboten worden, das Gebäude freiwillig bei Verzicht auf eine Strafverfolgung zu verlassen. Auch Dercon erklärte, ihm sei die Entscheidung, räumen zu lassen, schwergefallen. Doch man habe "keinen gemeinsamen Weg" finden können.

Bild Nr. 1:
Polizisten entfernen das Banner der Aktivisten von der Fassade der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Reto Klar

Am Freitagabend hatten etwa 100 Aktivisten die Volksbühne gekapert. In den folgenden Tagen organisierten sie ein Programm vom Kinderschminken über Tanzperformances bis zu Marxismus- und Gentrifizierungsdebatten. Seitdem hatten intensive Gespräche zwischen...

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