Proteste gegen Kopftuchvorschriften im Iran nehmen zu

Proteste gegen Kopftuchvorschriften im Iran nehmen zu

 

Das Kopftuch ist für jede Frau im Iran Pflicht. Viele Iranerinnen wollen dies nicht mehr unkommentiert hinnehmen und protestieren öffentlich. Ihr Widerstand erregt nun Besorgnis im Präsidialamt des Landes.

In einem aktuellen Bericht des iranischen Präsidialamtes werden die zunehmenden Proteste gegen die Kleidervorschriften als „besorgniserregend“ bezeichnet. Tatsächlich gehen immer Frauen auf die Straße und demonstrieren gegen den Kopftuchzwang. Sie begeben sich an öffentliche Orte und nehmen ihre Kopfbedeckung ab, schwenken sie teilweise an Stöcken.

Eine Frau, die durch ihren Auftritt zu einer Ikone des Protests geworden ist (Artikelbild) wurde am 27. Dezember sogar verhaftet. Generalstaatsanwalt Abbas Jafari Dolatabadi begründete dies mit der Aussage, dass „eine eindeutige Straftat“ vorgelegen habe und die Behörden ihre Pflicht konsequent erfüllt hätten. Mittlerweile befinde sich die Frau jedoch wieder auf freiem Fuß.

Der Iran ist bekannt für seine besonders restriktive Kleiderordnung. Schon Mädchen im Grundschulalter müssen Kopftuch tragen, auch ausländische Politikerinnen oder Journalistinnen sind von dieser Regelung nicht ausgenommen, die nach der Islamischen Revolution 1979 eingeführt wurde.

Im vergangenen Jahre hatte die Exil-Iranerin Masih Alinejad daher die Aktion „My Stealthy Freedom“ sowie den „Weißen Mittwoch“ ins Leben gerufen. An diesem sollen Iranerinnen weiße Kleidung sowie weißes Kopftuch tragen oder Letzteres sogar ablegen.


#WhiteWednesday #چهارشنبه_های_سفید اعتراض نمادين به حجاب اجباري در میدان انقلاب روز چهارشنبهYesterday on Wednesday,…

Posted by ‎My Stealthy Freedom آزادی یواشکی زنان در ایران‎ on Thursday, December 28, 2017

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