Proteste in Berlin gegen "Megaställe" in der Massentierhaltung

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Bei der Haltung von Tieren gibt es große Unterschiede (AFP/INA FASSBENDER)

In Berlin haben Vertreterinnen und Vertreter von Bauernverbänden sowie von Verbraucher- und Umweltorganisationen vor dem Bundestag gegen den Neubau "nicht tiergerechter Megaställe" protestiert. Der Betrieb solcher "Tierfabriken" widerspreche den Zielen im Tierschutz, im Klimaschutz und einer klimagerechten Ernährung, kritisierte das Aktionsbündnis "Wir habe es satt!" am Dienstag. Die nächste Bundesregierung müsse eine Reduktion der Tierzahlen voranbringen und gleichzeitig die Bauernhöfe erhalten.

"In Deutschland sind 50 neue Megamastanlagen mit mehr als 2,5 Millionen Tierplätzen geplant", kritisierte Reinhild Benning von der Deutschen Umwelthilfe. Die nächste Bundesregierung müsse "noch in den ersten 100 Tagen gesetzliche Regeln für Tierschutz und Luftreinhaltung definieren, damit Bäuerinnen und Bauern in den Umbau und die Abstockung der Tierzahlen investieren können". Um den Umbau zu finanzieren, forderten die Aktivisten auch eine Abgabe auf Fleischprodukte aus Massentierhaltung.

Der Protest richtete sich auch gegen mangelhafte Brandschutzvorrichtungen in Betrieben. So seien in der laufenden Legislaturperiode bundesweit bei 27 Bränden in Großstallanlagen über 240.000 Tiere gestorben.

Die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Saskia Richartz, betonte, die Massentierhaltung sei "fatal" für Tiere und Klimaschutz. "Die Erdüberhitzung können wir nur mindern, wenn wir weniger Tiere besser halten und den Fleischkonsum massiv reduzieren", erklärte sie. "Wir fordern jetzt eine mutige Politik, die pflanzliche und fleischlose Alternativen auf die Teller bringt und den Umbau der Tierhaltung anpackt."

Auch von Seiten der Landwirte gab es Unterstützung für die Demonstration. "Tiere gehören auf die Weide und an die frische Luft, nicht in Megaställe", erklärte Landwirt Heinz-Günther Klass aus Brandenburg. "Wir brauchen jetzt einen klaren Fahrplan und finanzielle Unterstützung beim Umbau der Tierhaltung", forderte er.

fho/jm

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