Proteste in Washington D.C.: Trump-Anhänger stürmen Kapitol - es gibt Tote und Verletzte

·Lesedauer: 36 Min.

Proteste wütender Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in der Hauptstadt Washington sind am Mittwoch (Ortszeit) eskaliert und haben das politische Zentrum der USA zeitweise in beispielloses Chaos gestürzt.

WASHINGTON, DC - JANUARY 06: Supporters of President Donald Trump surround the U.S. Capitol following a rally on January 6, 2021 in Washington, DC. Trump supporters gathered in the nation's capital today to protest the ratification of President-elect Joe Biden's Electoral College victory over President Trump in the 2020 election. (Photo by Samuel Corum/Getty Images)
Auf dem Capitol Hill in Washington D.C: haben sich tausende aufgebrachter Trump-Anhänger versammelt. (Bild: Getty Images)

Donald Trump stachelt in Washington seine Anhänger auf. Kurz darauf kommt es zu Tumulten vor dem US-Parlamentssitz. Demonstranten durchbrechen Sicherheitsabsperrungen. Die Sitzungen, bei denen die Ergebnisse der Präsidentenwahl bestätigt werden sollen, wurden unterbrochen.

Die Ereignisse in Washington im Newsblog:

+++ 09:42 Uhr: Kongress bestätigt Bidens Sieg bei Präsidentschaftswahl offiziell +++

Nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Parlamentssitzes hat der Kongress am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl offiziell bestätigt. Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence gab das amtliche Endresultat in einer gemeinsamen Sitzung beider Kongresskammern bekannt.

+++ 09:00 Uhr: Britische Ministerin macht Trump für Unruhen verantwortlich +++

Die britische Innenministerin Priti Patel hat US-Präsident Donald Trump für die Unruhen rund um das Kapitol verantwortlich gemacht. “Seine Kommentare haben zu dieser Gewalt geführt”, sagte Patel am Donnerstag der BBC. Trump habe “dazu beigetragen, diese Gewalt zu schüren, und er hat nichts unternommen, um zu deeskalieren”, sagte Patel. Premierminister Boris Johnson, der stets seine gute Beziehungen zu Trump hervorhob, hatte am Vorabend von “schändlichen Szenen” in Washington gesprochen, den US-Präsidenten aber nicht erwähnt.

+++ 08:03 Uhr: Polens Staatschef nach Kapitol-Sturm: “Innere Angelegenheit” der USA +++

Nach dem Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington hat Polens Präsident Andrzej Duda die Ereignisse als “innere Angelegenheit der Vereinigten Staaten” bezeichnet. Die USA seien eine Demokratie und ein Rechtsstaat, schrieb Duda am Donnerstag auf Twitter. Die Macht hänge vom Wählerwillen ab, und über die Sicherheit des Staates und seiner Bürger würden die dazu berufenen Dienste wachen. “Polen glaubt an die Kraft der amerikanischen Demokratie.”

+++ 07:10 Uhr: Zweiter Einspruch gegen US-Wahlergebnis im Kongress abgewiesen +++

Im US-Kongress ist auch der zweite Versuch mehrerer Republikaner gescheitert, das Präsidentschaftswahlergebnis in einem der US-Bundesstaaten anzufechten. Der Senat und das Repräsentantenhaus wiesen in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) den Einspruch von republikanischen Abgeordneten und dem republikanischen Senator Josh Hawley ab, den diese gegen das Wahlergebnis aus dem Staat Pennsylvania eingelegt hatten. Lediglich sieben Senatoren unterstützten die Einwände, 92 stimmten dagegen. Die Kammer verzichtete auf eine Debatte zu dem Einspruch. Im Repräsentantenhaus stimmten nach einer Debatte 282 Abgeordnete gegen den Vorstoß, 138 dafür. Um dem Einspruch zum Erfolg zu verhelfen, wäre die Zustimmung beider Kongresskammern nötig gewesen.

+++ 06:39 Uhr: Weiterer Einspruch gegen US-Wahlergebnis im Kongress eingelegt +++

Bei der Kongresssitzung zur Zertifizierung der US-Wahlergebnisse haben Republikaner einen weiteren Einspruch gegen das Resultat aus einem Bundesstaat eingelegt - diesmal zu Pennsylvania. Ein republikanischer Abgeordneter aus dem Repräsentantenhaus brachte die Einwände in der Nacht zu Donnerstag bei der gemeinsamen Sitzung des Repräsentantenhauses und des Senats ein. Unterstützung bekam er vom republikanischen Senator Josh Hawley. Der Einspruch zwang die beiden Kongresskammern dazu, sich zu getrennten Sitzungen zurückziehen, um die Einwände bis zu zwei Stunden lang zu debattieren und am Ende abzustimmen, ob sie diesen folgen oder nicht.

Zuvor hatten beide Kongresskammern auf diesem Weg bereits einen Einspruch von Republikanern gegen das Wahlergebnis aus Arizona abgewiesen.

+++ 06:25 Uhr: Traurige Bilanz: 4 Tote in Umgebung des Kapitols +++

Nach der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols durch Trump-Unterstützer wurde eine Frau angeschossen - sie starb wenig später, wie der Chef der Polizei in der US-Hauptstadt, Robert Contee, sagte. "Darüber hinaus wurden heute drei weitere Todesfälle aus der Umgebung des Kapitols gemeldet. Eine erwachsene Frau und zwei erwachsene Männer scheinen an unterschiedlichen medizinischen Notfällen gelitten zu haben, die zu ihrem Tod führten."

Contee machte keine Angaben dazu, wer die Frau war, die im Kapitol angeschossen wurde. "Das ist ein tragischer Vorfall, und ich kondoliere der Familie und den Freunden des Opfers", sagte er. Der Vorfall werde intern von der Polizei untersucht. Unklar blieb auch, um welche medizinischen Notfälle es sich handelte. Contee sagte weiter, bei den Zusammenstößen seien mindestens 14 Polizisten verletzt worden, zwei davon schwer. Mehr als 50 Menschen seien festgenommen worden.

+++ 03:22 Uhr: Kongress kommt nach Ausschreitungen wieder zusammen +++

Nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Parlamentssitzes ist der Kongress am Mittwochabend (Ortszeit) wieder im Kapitol zusammengekommen.

Der Senat und das Repräsentantenhaus nahmen ihre Beratungen zur Zertifizierung des Präsidentschaftswahlergebnisses wieder auf. Beide Kammern kamen zunächst zu getrennten Sitzungen zusammen. Später am Abend sollten sie erneut gemeinsam tagen, um das Endresultat der Präsidentschaftswahl förmlich und endgültig zu bestätigen.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sagte, die Kammer lasse sich nicht einschüchtern und werde sich nicht Gesetzlosen beugen. «Sie haben versucht, unsere Demokratie zu stören. Sie sind gescheitert.» McConnell betonte, man werde die Arbeit, die man begonnen habe, nun zu Ende bringen. «Wir werden den Sieger der Präsidentenwahl 2020 zertifizieren.» Der Demokrat Joe Biden hatte die Wahl am 3. November gegen Trump gewonnen und soll am 20. Januar vereidigt werden.

+++ 01:39 Uhr: Senator Romney: Trump hat zu Aufruhr angestiftet +++

Der republikanische Senator Mitt Romney hat den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump für den gewalttätigen Sturm auf das US-Kapitol verantwortlich gemacht. «Was hier heute passiert ist, war Aufruhr, angestiftet vom Präsidenten der Vereinigten Staaten», erklärte Romney am Mittwoch (Ortszeit). Romney bezeichnete Trump als selbstsüchtigen Mann mit verletztem Stolz.

Der Republikaner aus Utah, der als Trump-Kritiker bekannt ist, rief seine Kollegen im Kongress dazu auf, bei der offiziellen Bestätigung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden keinen Einspruch einzulegen. Das hatten sowohl Abgeordnete als auch Senatoren geplant. Das Prozedere, das normalerweise eine Formalie ist, war am Mittwoch abrupt unterbrochen worden, als Anhänger von Trump das US-Kapitol gestürmt hatten. Kurz zuvor hatte Trump eine Ansprache in Washington gehalten.

«Diejenigen, die sich dafür entscheiden, seinen gefährlichen Schachzug weiter zu unterstützen, indem sie die Ergebnisse einer legitimen, demokratischen Wahl anfechten, werden für immer als Komplizen bei einem beispiellosen Angriff auf unsere Demokratie angesehen werden», erklärte Romney. «Sie werden für ihre Rolle in dieser beschämenden Episode der amerikanischen Geschichte in Erinnerung bleiben. Das wird ihr Vermächtnis sein.»

Republikanischer Senator von Utah und Trump-Gegner: Mitt Romney. (Bild: Getty Images)
Republikanischer Senator von Utah und Trump-Gegner: Mitt Romney. (Bild: Getty Images)

+++ 01:38 Uhr: Transatlantik-Koordinator: EU soll Verhalten Trumps verurteilen +++

Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, erwartet von der EU, dass sie US-Präsident Donald Trump für sein Verhalten im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol in Washington klar verurteilt. «Das ist nicht nur eine nationale Angelegenheit der USA. Das ist eine Sache, bei der es einen internationalen Aufschrei geben muss», sagte der CDU-Politiker Beyer der Deutschen Presse-Agentur. «Im Grunde hat Trump die Demonstranten ermutigt, das Kapitol zu stürmen. Das muss ganz klar verurteilt werden auch durch die Staaten der EU in einem gemeinsamen Statement.»

+++ 01:21 Uhr: Twitter sperrt Trumps Konto für zwölf Stunden +++

Nach den Ausschreitungen am Kapitol hat Twitter das wichtigste Konto des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wegen Verstößen gegen die Richtlinien der Plattform für zwölf Stunden gesperrt. Drei Tweets des Accounts @realDonaldTrump hätten «wiederholt und schwerwiegend» gegen die Richtlinien verstoßen und müssten gelöscht werden, erklärte Twitter. Sollte die Löschung nicht erfolgen, würde das Konto gesperrt bleiben, hieß es weiter.

+++ 01:13 Uhr: US-Senatoren: Mitarbeiter haben Wahlleute-Urkunden gesichert +++

Inmitten der Unruhen im US-Kongress haben Mitarbeiter des Senats Urkunden mit den Ergebnissen der Abstimmungen der Wahlleute in den einzelnen US-Bundesstaaten gesichert, die Grundlage für die Ernennung des künftigen Präsidenten Joe Biden sind. «Die gute Nachricht ist, dass einer der Mitarbeiter sehr, sehr geistesgegenwärtig und in der Lage war, die Wahlzettel des Wahlleutegremiums zu greifen und in Sicherheit zu bringen», sagte die Senatorin Tammy Duckworth am Mittwoch dem Sender CBS News. «Wir haben sie also bei uns und wir werden in der Lage sein fortzufahren.»

Der Senator Jeff Merkley veröffentlichte ein Foto von Holzboxen auf Twitter und schrieb dazu, wenn die Mitarbeiter die Stimmzettel nicht mitgenommen hätten, «wären sie von dem Mob verbrannt worden».

+++ 00.56 Uhr: Hollywood-Stars empört über Gewalt von Trump-Anhängern in Washington +++

Viele Hollywoodstars haben auf den Sturm von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol in Washington mit Empörung reagiert. «Dies ist ein Staatsstreichversuch, um einen Reality-TV-Star an der Macht zu halten», schrieb Schauspielerin Alyssa Milano auf Twitter. Niemand solle sich jetzt wundern, denn schon seit Monaten würden sie davor warnen, dass der scheidende US-Präsident Donald Trump zur Gewalt anstifte.

«Trump ist nun völlig der wahnsinnige König und muss abgesetzt werden», schrieb Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino auf Twitter. «Dies ist ein trauriger Tag für Amerika», kommentierte Pop-Star Pink auf Twitter. Als US-Bürgerin und Tochter von zwei Veteranen schäme sie sich für Verlogenheit und Heuchelei in Washington.

«Wo ist die Nationalgarde? Wo sind die Gummigeschosse? Warum wird diese Meute nicht verhaftet?», lamentierte Filmemacher Michael Moore. Nach dem Ansturm Hunderter Unterstützer des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump waren zahlreiche Menschen offenbar ungehindert in das Parlamentsgebäude eingedrungen.

«Stellt euch vor, das wären unsere Leute gewesen», schrieb Trump-Kritiker Mark Ruffalo auf Twitter: «Dann würden Bäche von Blut durch die Straßen fließen und keiner von uns wäre bewaffnet.» Der Schauspieler äußerte unter dem Hashtag #Staatsstreich die Vermutung, dass die Protestierenden freie Hand gehabt hätten. Mit ein paar Worten hätte Trump seine Anhänger rasch stoppen können, schrieb Regisseur James Gunn auf Twitter. Doch er habe zu lange gewartet. Schauspieler Rainn Wilson sprach von einem «Angriff durch Terroristen».

Auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, meldete sich zu Wort. «Ich hoffe, dass alle unsere Politiker heute auf der Seite der Wähler stehen», mahnte der Republikaner. «Ich werde das überwachen», schrieb er auf Twitter. Dazu verlinkte der Trump-Kritiker einen Gastkommentar, den er am Tag zuvor für die Zeitung «The Economist» geschrieben hatte. Darin rief er seine Parteikollegen auf, Trump zu stoppen und die Wahl von Joe Biden anzuerkennen. Es sei «dumm, verrückt und bösartig» das Wahlergebnis infrage zu stellen.

+++ 00.46 Uhr: Rufe nach neuem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump +++

Nach dem Sturm auf das US-Kapitol von Anhängern Donald Trumps nehmen Rufe nach einem erneuten Amtsenthebungsverfahren gegen den scheidenden Präsidenten zu. Die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar teilte am Mittwoch auf Twitter mit, sie fertige bereits Artikel zur Anklageerhebung an. «Wir können nicht zulassen, dass er im Amt bleiben, es ist eine Frage der Erhaltung unserer Republik, und wir müssen unseren Eid erfüllen.» Ihre Kollegin Carolyn Bourdeaux schloss sich der Forderung an und machte Trump persönlich für den Angriff verantwortlich.

Die demokratische Kongressabgeordnete Ayanna Pressley schrieb auf Twitter: «Donald J. Trump sollte sofort vom Repräsentantenhaus angeklagt und vom Senat der Vereinigten Staaten aus dem Amt entfernt werden, sobald der Kongress wieder zusammentritt.»

Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu rief Vizepräsident Mike Pence dazu auf, Trump auf Basis des 25. Zusatzartikels der Verfassung für amtsunfähig zu erklären.

+++ 00.41 Uhr: Pelosi: Kongress setzt Zertifizierung des Wahlergebnisses heute fort +++

Nach der Erstürmung des Kapitols will der US-Kongress die zuvor begonnene Zertifizierung des Präsidentschaftswahlergebnisses noch im Laufe des Mittwochabends (Ortszeit) fortsetzen. Man habe beschlossen, mit der Sitzung weiterzumachen, sobald der Kongresssitz wieder dafür freigegeben sei, kündigte die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, an.

+++ 00.33 Uhr: Trump zeigt Verständnis für Ereignisse am Kapitol: kann «passieren» +++

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat Verständnis für den gewaltsamen Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol erkennen lassen. Mit Blick auf seine unbelegten Behauptungen, wonach es in den USA massiven Wahlbetrug gegeben haben soll, schrieb er auf Twitter: «Das sind Dinge und Ereignisse, die passieren.» Trump nahm in seinem Tweet vom Mittwoch nicht direkt Bezug auf den Sturm des Kapitols, er appellierte aber erneut an Demonstranten, «mit Liebe und in Frieden nach Hause zu gehen».

Trump sprach in seinem Tweet weiter davon, dass sein «heiliger Erdrutschsieg so unvermittelt und gemein» gestohlen worden sei. Opfer seien die «großartigen Patrioten», die seit langem unfair behandelt würden, schrieb er - offenbar mit Blick auf seine Anhänger. «Erinnert Euch für immer an diesen Tag!», schrieb er weiter. Twitter versah die Nachricht innerhalb von Minuten mit einem Warnhinweis und schränkte damit auch die Verbreitung der Botschaft ein. Mittlerweile ist der Tweet nicht mehr verfügbar.

+++ 00.26 Uhr: Ex-Präsident Bush «entsetzt» nach Sturm auf Kapitol +++

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington verurteilt. «So werden Wahlergebnisse in einer Bananenrepublik angefochten - nicht in unserer demokratischen Republik», betonte Bush am Mittwoch.

Zugleich kritisierte der Republikaner den scheidenden Präsidenten Donald Trump und seine Unterstützer in der Partei - ohne sie jedoch beim Namen zu nennen. «Ich bin entsetzt über das rücksichtlose Verhalten einiger politischer Anführer seit der Wahl», schrieb Bush. Den Sitz des US-Parlaments hätten Menschen gestürmt, die durch «Unwahrheiten und falsche Hoffnung» aufgestachelt worden seien.

Trump hatte seine Anhänger bei einem Auftritt kurz vor dem Marsch auf das Kapitol mit weiteren Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug angeheizt. Er behauptet seit zwei Monaten entgegen allen Fakten, dass er die Präsidentenwahl am 3. November gewonnen habe.

+++ 00.20 Uhr: Irlands Außenminister: Angriff von Trump auf Demokratie +++

Der irische Außenminister Simon Coveney hat US-Präsident Donald Trump für die Unruhen rund um das Kapitol in Washington verantwortlich gemacht. «Wir müssen dies als das bezeichnen, was es ist: ein absichtlicher Angriff eines amtierenden Präsidenten und seiner Anhänger auf die Demokratie, die versuchen, eine freie und faire Wahl zu stürzen!», schrieb Coveney am Mittwochabend bei Twitter. Er zeigte sich bestürzt über die «schockierenden und zutiefst traurigen Szenen in Washington». «Die Welt schaut zu!», betonte Coveney.

Premierminister Micheal Martin schrieb bei Twitter, er verfolge die Lage in Washington mit «Sorge und Bestürzung». «Das irische Volk hat eine tiefe Verbindung mit den Vereinigten Staaten, die über viele Generationen aufgebaut wurde», so Martin. In der Vergangenheit waren Zehntausende Iren in die USA ausgewandert.

+++ 00.10 Uhr: Twitter verspricht härteres Vorgehen nach Gewalt in Washington +++

Nach dem Sturm auf das US-Parlament durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump hat Twitter ein härteres Vorgehen gegen Beiträge angekündigt, die weitere Gewalt auslösen könnten. Solche Tweets werden nicht weiterverbreitet, beantwortet oder mit einem «Like» versehen werden können, teilte der Kurznachrichtendienst am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Unter den ersten davon betroffenen Beiträgen war auch das Video von Trump, der seine Anhänger zwar zum friedlichen Abzug aufforderte - aber zugleich mehrfach die unbelegten Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug wiederholte. Facebook entfernte das Video von Trump komplett.

Bei Twitter wurden zugleich Forderungen laut, Trump zumindest zeitweise von der Plattform zu verbannen. Facebook und Twitter hatten in den vergangenen Monaten zahlreiche Beiträge Trumps mit Warnungen vor falschen Informationen versehen und zum Teil auch deren Verbreitung eingeschränkt.

+++ 00.05 Uhr: Ausgangssperre in Washington in Kraft getreten +++

Nach den Gewaltausbrüchen am Kapitol in Washington ist in der amerikanischen Hauptstadt eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die von Bürgermeisterin Muriel Bowser angeordnete Maßnahme zur Eindämmung der Proteste von Anhängern von Präsident Donald Trump gilt bis zum Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr (12.00 Uhr MEZ).

+++ 00.03 Uhr: Polizei bestätigt: Angeschossene Frau verstorben +++

Eine Frau, die nach dem Eindringen von Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Kapitol angeschossen wurde, ist gestorben. Eine Polizeisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend (Ortszeit) den Tod der Frau. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

+++ 23.58 Uhr: Facebook entfernt Video von Trump-Ansprache +++

Das Social Network Facebook hat das Video von US-Präsident Donald Trump entfernt, in dem er seine Anhänger bittet, nach Hause zu gehen. Trump hatte in dem Video gleichzeitig die Lüge wiederholt, die US-Wahl sei gestohlen gewesen.

Das Video sei entfernt worden, "weil wir glauben, dass es alles in allem zur derzeitigen Gewalt beiträgt, statt sie zu verringern", so Guy Rosen, Sicherheits-Chef von Facebook, am späten Abend deutscher Zeit in einer Mitteilung. Zuvor hatte bereits die Videoplattform YouTube Schritte unternommen, das Video zu entfernen.

+++ 23.52 Uhr: Polizei drängt Protestanten erfolgreich vom Kapitol weg +++

Die am Kapitol eingesetzten Polizisteneinheiten treiben einem Reuters-Reporter zufolge die Demonstranten vom Gebäude weg. Nach Angaben der Behörden ist das Kongress-Gebäude nun gesichert. Reporter vor Ort berichten ebenfalls, dass das Kapitol jetzt wieder sicher sei.

WASHINGTON, DC - JANUARY 06: Police officers in riot gear line up as protesters gather on the U.S. Capitol Building on January 06, 2021 in Washington, DC. Pro-Trump protesters entered the U.S. Capitol building after mass demonstrations in the nation's capital during a joint session Congress to ratify President-elect Joe Biden's 306-232 Electoral College win over President Donald Trump. (Photo by Tasos Katopodis/Getty Images)
Polizisten sichern den Bereich rund um das Kapitol ab. (Bild: Getty Images)

+++ 23.47 Uhr: Wirtschaftsverband legt Pence Amtsenthebung von Trump nahe +++

Der Wirtschaftsverband National Association of Manufacturers, der 14.000 Unternehmen vertritt, hat Vizepräsident Mike Pence nahegelegt, über eine Amtsenthebung Donald Trumps nachzudenken. Der Chef des Verbands, Jay Timmons, sagte, Trump habe Gewalt angestachelt, um an der Macht zu bleiben. Jeder gewählte Vertreter, der das unterstütze, verletzte seinen Amtseid, die Verfassung zu verteidigen. Vizepräsident Pence, so Timmons, solle ernsthaft erwägen, , mit dem Kabinett auf Basis des 25. Zusatzartikels zur Verfassung Trump des Amtes zu entheben, um die Demokratie zu bewahren. Der Wirtschaftsverband vertritt Unternehmen wie Exxon Mobil, Pfizer und Toyota.

+++ 23.42 Uhr: Medien: Sprengkörper nahe Kapitol und Parteizentrale gefunden +++

Nach dem Eindringen von Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ins Kapitol ist in der Nähe des Parlamentsgebäudes ein Sprengkörper gefunden worden. Der Gegenstand sei allerdings nicht mehr gefährlich, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP am Mittwoch unter Verweis auf Behörden in der US-Hauptstadt Washington. Um was für einen Sprengsatz es sich genau handelte, blieb zunächst unklar.

Unterdessen berichtete die «New York Times» davon, dass auch bei der Parteizentrale der Republikaner eine Rohrbombe gefunden worden sei. Sie wurde demnach von Experten der Polizei zerstört. Die nahe gelegene Parteizentrale der Demokraten sei evakuiert worden, nachdem ein verdächtiges Paket entdeckt worden sei.

+++ 23.34 Uhr: Auswärtiges Amt gibt nach Ereignissen in Washington Reisehinweis heraus +++

Angesichts der gewalttätigen Proteste in Washington hat die Bundesregierung einen aktuellen Reisehinweis herausgegeben. Deutsche, die sich in der US-Hauptstadt aufhalten, sollten sich an die wegen der Unruhen verhängte nächtliche Ausgangssperre halten und den Innenstadtbereich und besonders die Gegend rund um das Kapitol meiden, erklärte das Auswärtige Amt am Mittwochabend.

Eine Fortsetzung der Demonstration militanter Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump sei "sehr wahrscheinlich", warnte das Ministerium. "Gewalt, inklusive Schusswaffengebrauch, können nicht ausgeschlossen werden", hieß es in dem Reisehinweis. In der Übergangsphase vor dem Antritt der neuen US-Regierung unter dem gewählten Präsidenten Joe Biden könne sich die allgemeine Lage jederzeit ändern und "Gewalt wieder aufflammen". Menschenansammlungen sollten daher weiträumig gemieden werden.

+++ 23.29 Uhr: Von der Leyen glaubt «an die Stärke der US-Institutionen» +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Unruhen rund um das Kapitol in Washington ihr Vertrauen in die US-Demokratie zum Ausdruck gebracht. «Ich glaube an die Stärke der US-Institutionen und -Demokratie», schrieb die deutsche Politikerin am Mittwoch auf Twitter. «Die friedliche Machtübergabe steht im Mittelpunkt.» Sie freue sich darauf, mit Joe Biden, der die US-Präsidentschaftswahl gewonnen habe, zusammenzuarbeiten.

In ihrem Tweet zitierte von der Leyen einen Biden-Tweet, in dem er schreibt: «Amerika ist so viel besser als das, was wir heute sehen.»

+++ 23.22 Uhr: Stimmzettel des Wahlkollegiums offenbar gerettet +++

Die demokratische Senatorin Tammy Duckworth hat gegenüber dem Sender CBSN bestätigt, dass die Stimmzettel des Wahlkollegiums beim Sturm des Kapitols offenbar in Sicherheit gebracht wurden. Ein geistesgegenwärtiger Mitarbeiter soll sie sich gegriffen und mitgenommen haben: "Also haben wir sie bei uns, und wir werden weitermachen können, solange Mitch McConnell uns zurück in die Sitzung ruft", so Duckworth. Wann die Sitzung fortgesetzt werden kann, ist derzeit noch unklar.

U.S. Senator Tammy Duckworth (D-IL) speaks by video feed during the 4th and final night of the 2020 Democratic National Convention, as participants from across the country are hosted over video links from the originally planned site of the convention in Milwaukee, Wisconsin, U.S. August 20, 2020. 2020 Democratic National Convention/Pool via REUTERS
Senatorin Tammy Duckworth. (Archivbild: Reuters)

+++ 23.12 Uhr: Polizeieinheiten am Kapitol eingetroffen +++

Nach mehreren Stunden sind nun größere Polizeieinheiten am Kapitol eingetroffen. Diese sind damit beschäftigt, die Außentreppen zu räumen und führen Trump-Anhänger teilweise ab. Auch im Inneren des Kongress-Gebäudes befinden sich derzeit Spezialeinheiten. Bislang gibt es noch keine Angaben zu Festnahmen.

+++ 23.09 Uhr: EU-Ratspräsident Michel: Szenen in Washington sind ein Schock

EU-Ratschef Charles Michel und EU-Parlamentspräsident David Sassoli haben sich bestürzt über die Unruhen rund um das Kapitol in Washington geäußert. «Die Szenen von heute Nacht in Washington, D.C. zu beobachten ist ein Schock», schrieb Michel am Mittwoch auf Twitter. Der US-Kongress sei «ein Tempel der Demokratie». «Wir vertrauen den USA, dass sie eine friedliche Machtübergabe zu Joe Biden sicherstellen.»

Ähnlich äußerte sich Sassoli: «Tief beunruhigende Szenen vom US-Kapitol heute Abend.» Demokratische Wahlen müssten respektiert werden. «Wir sind sicher, dass die USA sicherstellen werden, dass die Regeln der Demokratie geschützt werden.»

+++ 23.06 Uhr: Polizei bestätigt eine angeschossene Person im Kapitol +++

Nach dem Eindringen von Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ins Kapitol in Washington hat dort eine Person eine Schusswaffenverletzung erlitten. Der Chef der Polizei in der US-Hauptstadt, Robert Contee, sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, es habe sich um «einen Zivilisten» gehandelt, weitere Einzelheiten seien noch nicht bekannt.

Contee sagte, nach einem Auftritt Trumps vor Unterstützern am Mittwochmittag habe sich «eine große Menschenmenge» auf den Weg zum Kapitol gemacht. Demonstranten hätten die Barrikaden durchbrochen und seien auf das Gelände des Kapitols eingedrungen. Das Verhalten der Demonstranten gegenüber der Polizei sei «gewalttätig» gewesen.

«Es war deutlich, dass die Menschenmenge die Absicht hatte, unseren Beamten Schaden zuzufügen, indem sie chemische Reizstoffe auf die Polizei einsetzte, um den Zutritt zum Kapitol der Vereinigten Staaten zu erzwingen», sagte Contee. Er verwies auf die verhängte nächtliche Ausgangssperre, die von 18.00 Uhr (Ortszeit/0.00 MEZ) bis zum nächsten Morgen um 6.00 Uhr in Kraft sei. Wer sich nicht daran halte, laufe Gefahr, festgenommen zu werden.

Contee betonte, es habe sich nicht um friedliche Proteste, sondern um «ungesetzliches aufrührerisches Verhalten» seitens der Demonstranten gehandelt. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.

Die Bürgermeisterin Washingtons, Muriel Bowser, sagte, aus den benachbarten Bundesstaaten Maryland und Virgina seien Polizeikräfte zur Verstärkung geschickt worden. Auch Polizeikräfte aus New Jersey würden die Hauptstadt-Polizei unterstützen.

+++ 23.06 Uhr: Sorge in Frankreich nach Gewalt in Washington +++

Die gewalttätigen Proteste von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump in Washington haben in Frankreich Sorge und Entrüstung ausgelöst. Er denke an die US-Parlamentarier, die wegen der Proteste nicht tagen könnten, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, am Mittwochabend via Twitter mit. Die Nationalversammlung ist das Unterhaus des französischen Parlaments, Ferrand gilt als enger Vertrauter von Staatschef Emmanuel Macron. Der frühere französische EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici teilte mit, die Ereignisse am Kapitol seien «ein Skandal und eine Schande».

+++ 22.58 Uhr: Einflussreiche Lobbyisten fordern Trump zu Beendigung von "Chaos" auf +++

Die einflussreiche US-Lobbyorganisation Business Roundtable hat die Erstürmung des US-Kongresses durch militante Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump verurteilt. Der Präsident und "alle relevanten Beamten" müssten "das Chaos beenden und eine friedliche Machtübergabe" an den Demokraten Joe Biden ermöglichen, forderte die Organisation am Mittwoch mit Blick auf die Ereignisse in Washington.

Das "Chaos" in der Hauptstadt sei das "Ergebnis unrechtmäßiger Bemühungen, das legitime Ergebnis einer demokratischen Wahl zu kippen", hieß es in der Erklärung. "Das Land verdient Besseres."

Trumps Anhänger hatten zuvor das Kapitol gestürmt, nachdem er sie in einer Rede zum Protest gegen den Wahlausgang aufgerufen hatte. Eine dort stattfindende Kongresssitzung zur formellen Bestätigung der Wahlergebnisse vom 3. November durch beide Parlamentskammern musste daraufhin abgebrochen werden.

Völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen zeigte sich am Abend der Dow Jones. Der US-Aktienindex schloss mit einem neuen Rekordhoch von 30.829,40 Punkten.

+++ 22.55 Uhr: Abgeordnete Ilhan Omar beantragt erneutes Trump-Impeachment+++

Die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar beantragt ein erneutes Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. "Wir können uns nicht erlauben, ihn im Amt zu lassen", schrieb sie dazu auf Twitter.

+++ 22.53 Uhr: Rutte fordert Trump auf, Wahl-Niederlage anzuerkennen +++

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, seine Wahlniederlage endlich zu akzeptieren und anzuerkennen. Es gebe "schreckliche Bilder aus Washington", twittert Rutte. "Sehr geehrter Herr Trump, erkennen Sie heute Joe Bidens Wahlsieg an."

+++ 22.47 Uhr: IvankaTrump bezeichnet Protestanten auf Twitter als «Patrioten» +++

Ivanka Trump hat die Teilnehmer der dramatischen Proteste in Washington auf Twitter als «Patrioten» angesprochen und zum Gewaltverzicht aufgerufen. Nach kritischen Kommentaren löschte die Tochter des amtierenden US-Präsidenten am Mittwoch den Tweet und konkretisierte: "Friedlicher Protest ist patriotisch. Gewalt ist inakzeptabel und muss aufs Schärfste verurteilt werde."

+++ 22.35 Uhr: Kanzler Kurz "schockiert über die Szenen in Washington" +++

Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz zeigt sich schockiert über den "inakzeptablen Angriff auf die Demokratie". "Schockiert über die Szenen in Washington", twitterte Kurz. Nun müsse eine friedliche und geordnete Machtübergabe gesichert werden.

+++ 22.25 Uhr: Trump appelliert in Video an Demonstranten: Geht friedlich nach Hause +++

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat die Demonstranten am Kapitol aufgefordert, friedlich nach Hause zu gehen. Er verstehe den Ärger über den Ausgang der Wahl, aber «wir müssen Frieden haben, wir müssen Recht und Ordnung haben» und die Sicherheitskräfte respektieren, sagte Trump am Mittwoch in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Dabei wiederholte er erneut den unbelegten Vorwurf der Wahlfälschung, mit der er zuvor die gewaltbereiten Demonstranten angestachelt hatte. Twitter versah das Video mit einem Hinweis und schränkte die Verbreitung, Likes sowie Antworten ein.

+++ 22.21 Uhr: Wahl-Prognosen Georgia: Bidens Demokraten sichern sich Kontrolle im US-Senat +++

Die Demokraten des künftigen US-Präsidenten Joe Biden haben sich Prognosen von US-Medien zufolge mit Siegen bei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia die Kontrolle im US-Senat gesichert. Nach dem Kandidaten Raphael Warnock setzte sich auch Jon Ossoff bei den Abstimmungen in Georgia gegen die jeweiligen bisherigen republikanischen Amtsinhaber durch, wie die Sender NBC und CBS sowie die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch berichteten.

+++ 22.18 Uhr: Johnson verurteilt «schändliche Szenen» am Kapitol ++

Der britische Regierungschef Boris Johnson hat die Unruhen rund um das Kapitol in Washington scharf verurteilt. «Schändliche Szenen im US-Kongress», twitterte Johnson am Mittwochabend. «Die Vereinigten Staaten stehen in aller Welt für Demokratie, und nun ist entscheidend, dass es zu einer friedlichen und geordneten Machtübertragung kommt.»

Johnson hatte immer seine «guten Beziehungen» zum abgewählten US-Präsidenten Donald Trump betont, der seinerseits den Premierminister als «britischen Trump» bezeichnet hatte. Johnson wird vorgeworfen, dass er Trumps Festhalten an der Macht nicht kritisiert hatte.

+++ 22.16 Uhr: Stoltenberg: «Schockierende Szenen in Washington» +++

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat angesichts der eskalierenden Proteste von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump von «schockierenden Szenen in Washington, D.C.» gesprochen. «Das Ergebnis dieser demokratischen Wahl muss respektiert werden», schrieb der Norweger am Mittwoch auf Twitter.

+++ 22.05 Uhr: Biden fordert Trump zu Fernsehansprache an Nation auf +++

Angesichts der dramatischen Ereignisse rund um das US-Kapitol in Washington hat der gewählte Präsident Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump aufgerufen, sich in einer Fernsehansprache an die Nation zu wenden. Trump müsse eine Ansprache halten, um seinem Eid nachzukommen und die Verfassung zu verteidigen, sagte Biden.

US President-elect Joe Biden speaks at the Queen Theater on January 6, 2021, in Wilmington, Delaware. - US Vice President Mike Pence, in defiance of President Donald Trump, said Wednesday that he will not intervene to stop the certification by Congress of Democrat Joe Biden's election victory. (Photo by JIM WATSON / AFP)
Joe Biden bei seiner TV-Ansprache in Wilmington, Delaware. (Bild: AFP)

+++ 22.02 Uhr: Joe Biden wendet sich an die Demonstranten +++

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die dramatischen Ereignisse rund um das Kapitol in Washington scharf verurteilt. "Zu dieser Stunde wird unsere Demokratie beispiellos angegriffen", sagte Biden am Mittwoch in Wilmington (Delaware). Die Gewalt müsse enden. Joe Biden hat die dramatischen Ereignisse rund um das Kapitol in Washington als Aufruhr bezeichnet. «Das Kapitol zu stürmen, Fenster einzuschlagen, Büros zu besetzen, den Senat der Vereinigten Staaten zu besetzen, durch die Schreibtische des Repräsentantenhauses im Kapitol zu stöbern und die Sicherheit ordnungsgemäß gewählter Beamter zu bedrohen, ist kein Protest. Es ist Aufruhr»

+++ 22.01 Uhr: Demokraten fordern Appell von Trump an Anhänger +++

Die führenden Demokraten im US-Kongress haben den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump aufgerufen, die von ihm angeheizten Demonstranten zum Verlassen des US-Kapitols aufzufordern. "Wir appellieren an Präsident Trump, alle Demonstranten dazu aufzufordern, dass sie das US-Kapitol und das Grundstück des Kapitols sofort zu verlassen", teilten die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, am Mittwoch mit.

Der führende Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, verurteilte die Unruhen am Sitz des US-Parlaments. Was gerade passiere, sei "unamerikanisch", sagte er dem Sender CBS News. "Ich bin enttäuscht. Ich bin traurig. Das ist nicht, wie unser Land aussehen sollte." McCarthy ist ein Verbündeter Trumps.

+++ 22.01 Uhr: Trump-Anhänger stürmen wohl Parlamentsgebäude in Kansas +++

Offenbar wurde das Parlamentsgebäude in Kansas ebenfalls von Trump-Anhängern gestürmt.

+++ 21.57 Uhr: NYT: Rohrbombe vor Republikaner-Hauptquartier entdeckt +++

Vor dem Hauptquartier der Republikanischen Partei in der Nähe des Kapitols wurde eine Rohrbombe entdeckt. Dies berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Polizeiquellen. Die Bombe sei erfolgreich entschärft worden. Vor dem Hauptquartier der Demokratischen Partei, das ebenfalls in der Gegend liegt, wurde ebenfalls ein verdächtiges Paket entdeckt. Ob sich darin ebenfalls ein Sprengsatz befindet, ist derzeit noch unklar.

+++ 21.55 Uhr: Vize-Präsident Pence verurteilt Geschehnisse im US-Kapitol +++

US-Vizepräsident Mike Pence hat die turbulenten Geschehnissen rund um das US-Kapitol in Washington verurteilt. «Friedlicher Protest ist das Recht jedes Amerikaners, aber dieser Angriff auf unser Kapitol wird nicht toleriert werden und jene, die daran beteiligt sind, werden mit der ganzen Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen», twitterte Pence am Mittwoch.

+++ 21.54 Uhr: Maas: Trump und Unterstützer treten Demokratie mit Füßen +++

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat besorgt auf die turbulenten Geschehnisse rund um das US-Kapitol in Washington reagiert. Maas schrieb am Mittwochabend auf Twitter: «Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler*Innen akzeptieren und aufhören, die Demokratie mit Füßen zu treten.»

Die Feinde der Demokratie würden sich über die «unfassbaren Bilder» aus Washington freuen. Aus aufrührerischen Worten würden gewaltsame Taten - auf den Stufen des Reichstages, und nun im Capitol. «Die Verachtung demokratischer Institutionen hat verheerende Auswirkungen.»

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) twitterte: «Die Demokratie ist stärker! Und wichtiger als jeder einzelne, auch wenn er Präsident ist!»

+++ 21.44 Uhr: Trump setzt Nationalgarde in Bewegung +++

Auf Anweisung von Donald Trump werden nun die Nationalgarde und weitere nationale Sicherheitskräfte in Bewegung gesetzt, dies twittert Trump-Sprecherin Kayleigh McEnany. Sie bekräftigt Trumps Aufruf an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Laut Gouverneur Ralph Northam schickt der Bundesstaat Virginia Nationalgardisten und 200 Landespolizisten in die benachbarte Hauptstadt – auf Anfrage der Bürgermeisterin von Washington D.C.

+++ 21.42 Uhr: Frau wird im Kapitol durch Schüsse schwer verletzt +++

Inmitten der von US-Präsident Donald Trump angeheizten Proteste am US-Kapitol in Washington ist eine Person nach Angaben der Nachrichtenagentur AP angeschossen worden. Unter welchen Umständen die Frau angeschossen wurde und in welchem Zustand sie sich befinde, sei unklar, berichtete AP am Mittwoch. Der Nachrichtensender CNN berichtete, eine Frau werde wegen Schusswunden in der Brust behandelt. Der Sender NBC News berichtete unter Berufung auf Sicherheitskräfte zudem von mehreren Verletzten.

+++ 21.38 Uhr: Wahlunterlagen sind in Sicherheit +++

Mitarbeiter des Senats haben Journalisten zufolge bei der Räumung des Sitzungssaales die Wahlunterlagen der Bundesstaaten in Sicherheit gebracht.

+++ 21.33 Uhr: Nancy Pelosi wurde aus dem Kapitol gebracht +++

Auch die Präsidentin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, ist einem Mitarbeiter zufolge aus dem Kapitol gebracht worden und befindet sich in Sicherheit. Trump-Anhänger haben laut New York Times derweil ihr Büro gestürmt und verwüsten es: umgestürzte Tische, von den Wänden gerissene Fotos.

A supporter of US President Donald Trump sits inside the office of US Speaker of the House Nancy Pelosi as he protest inside the US Capitol in Washington, DC, January 6, 2021. - Demonstrators breeched security and entered the Capitol as Congress debated the a 2020 presidential election Electoral Vote Certification. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
Ein Trump-Anhänger im Büro von Nancy Pelosi. (Bild: AFP)

+++ 21.23 Uhr: TV-Sender zeigen Bilder von Demonstranten in US-Senatskammmer +++

Bei den turbulenten Geschehnissen rund um das US-Kapitol in Washington sind Demonstranten in die Senatskammer des Parlamentsgebäudes eingedrungen. Die TV-Sender C-Span und NBC zeigten Bilder von Protestierenden, die durch den Raum gingen oder sich auf Stühlen niederließen. In dem Gebäude hatte noch kurz zuvor eine Sitzung des Kongresses stattgefunden, bei der die Ergebnisse der Präsidentenwahl und damit der Sieg des Demokraten Joe Biden bestätigt werden sollte.

WASHINGTON, DC - JANUARY 06: A protester sits in the Senate Chamber on January 06, 2021 in Washington, DC. Congress held a joint session today to ratify President-elect Joe Biden's 306-232 Electoral College win over President Donald Trump. Pro-Trump protesters have entered the U.S. Capitol building after mass demonstrations in the nation's capital. (Photo by Win McNamee/Getty Images)
(Bild: Getty Images)
WASHINGTON, DC - JANUARY 06: Protesters enter the Senate Chamber on January 06, 2021 in Washington, DC. Congress held a joint session today to ratify President-elect Joe Biden's 306-232 Electoral College win over President Donald Trump. Pro-Trump protesters have entered the U.S. Capitol building after mass demonstrations in the nation's capital. (Photo by Win McNamee/Getty Images)
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WASHINGTON, DC - JANUARY 06: A protester holds a Trump flag inside the US Capitol Building near the Senate Chamber on January 06, 2021 in Washington, DC. Congress held a joint session today to ratify President-elect Joe Biden's 306-232 Electoral College win over President Donald Trump. A group of Republican senators said they would reject the Electoral College votes of several states unless Congress appointed a commission to audit the election results. (Photo by Win McNamee/Getty Images)
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+++20.56 Uhr: Abgeordnete im Kapitol sollen Gasmasken anlegen +++

Die Abgeordneten in dem von Trump-Anhängern belagerten US-Kapitol sind von der Polizei aufgefordert worden, Gasmasken aufzusetzen. Im Gebäude in Washington sei zuvor Tränengas ausgetreten, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP am Mittwoch.

+++ 20:50 Uhr: Trump an protestierende Anhänger: «Bleibt friedlich!» +++

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hat seine Anhänger in der US-Hauptstadt Washington aufgerufen, bei ihrem Protest friedlich zu bleiben. «Bleibt friedlich!», schrieb er am Mittwoch auf Twitter und forderte die Demonstranten dazu auf, die Polizei und Sicherheitskräfte zu unterstützen, die «auf der Seite unseres Landes» seien.

+++ 20.47 Uhr: Sicherheitsdienst des Kapitols berichtet von Eindringlingen +++

Nach dem Ansturm Hunderter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump auf das Kapitol in Washington sind Menschen in das Parlamentsgebäude eingedrungen. Das berichtete die US-Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf den Sicherheitsdienst des Gebäudes. Auch TV-Bilder zeigten Protestierende im Gebäude.

US Capitol police officers try to stop supporters of US President Donald Trump to enter the Capitol on January 6, 2021, in Washington, DC. - Demonstrators breeched security and entered the Capitol as Congress debated the a 2020 presidential election Electoral Vote Certification. (Photo by Saul LOEB / AFP) (Photo by SAUL LOEB/AFP via Getty Images)
Trump-Anhänger sind ins Kongress-Gebäude vorgedrungen. (Bild: Getty Images)

+++ 20.43 Uhr: Bürgermeisterin verhängt Ausgangssperre in Washington +++

Wegen der Proteste von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump im Herzen der US-Hauptstadt hat die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, eine Ausgangssperre angeordnet. Sie trete am Mittwoch um 18.00 Uhr (Ortszeit/Mitternacht MEZ) in Kraft und ende am Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr (12.00 Uhr MEZ), teilte Bowser mit.

+++ 20.31 Uhr: Kapitol wegen Hunderter Demonstranten abgeriegelt +++

Nach dem Ansturm Hunderter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump auf das Kapitol in Washington ist der Parlamentssitz der Nachrichtenagentur AP zufolge abgeriegelt worden. Im Inneren hatten sich beide Parlamentskammern zur Bestätigung der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom November versammelt. Die Protestierenden bahnten sich den Weg bis auf die Stufen vor das Gebäude in Washington.

+++ 20.29 Uhr: Proteste am US-Kapitol - Kongresssitzungen überraschend unterbrochen +++

Inmitten von Protesten von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump vor dem Kapitol in Washington haben die beiden Kammern des Kongresses ihre Sitzungen am Mittwoch überraschend unterbrochen. Eine offizielle Erklärung für die abrupte Unterbrechung wurde zunächst nicht genannt

+++ 20.24 Uhr: Rangeleien vor dem Kapitol nach Trump-Rede - Hunderte auf Stufen +++

Vor dem US-Parlamentssitz in Washington ist es zu Rangeleien zwischen Anhängern des abgewählten Präsidenten Donald Trump und Sicherheitsleuten gekommen. Fernsehbilder zeigten eine große Menge von dicht gedrängt stehenden Menschen auf den Stufen direkt vor dem Eingang des Kapitols. Vor der Bestätigung der US-Wahlergebnisse am Sitz des amerikanischen Kongresses war auf Bildern mehrerer US-Medien zu sehen, wie Hunderte Unterstützer des US-Präsidenten nach einer Rede Trumps auf den Parlamentssitz zumarschierten. Einige lieferten sich Handgreiflichkeiten mit Einsatzkräften und versuchten, näher ans Gebäude zu kommen.

Trump hatte in seiner Rede über angeblichen Betrug bei der US-Präsidentenwahl seine Anhänger dazu aufgerufen, zum Kapitol zu ziehen, das den Senat und das Abgeordnetenhaus beherbergt. Bei seiner Rede forderte er Zehntausende anwesende Unterstützer dazu auf, sich den «Diebstahl» der Wahl nicht gefallen zu lassen.

Der «Washington Post» zufolge waren Angehörige von rechten Gruppen unter den Demonstranten, die die Menge weiter aufstachelten. Mindestens zwei zum Parlamentskomplex gehörende Gebäude in der Nähe waren demnach evakuiert worden.

WASHINGTON D.C., USA - JANUARY 6: US President Donald Trump speaks at "Save America March" rally in Washington D.C., United States on January 06, 2021. (Photo by Tayfun Coskun/Anadolu Agency via Getty Images)
Bild: Getty Images

+++ 20.10 Uhr: McConnell nennt Widerstand gegen US-Wahlergebnis Gefahr für Republik +++

Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, hat sich eindringlich gegen Versuche aus seiner eigenen Partei gestellt, Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl umzustürzen. Die Wähler, die Bundesstaaten und die Gerichte hätten gesprochen - «wenn wir sie überstimmen, könnte das unsere Republik für immer beschädigen», sagte McConnell am Mittwoch im Senat. Es wäre «ungerecht und falsch», die amerikanischen Wähler zu entrechten und die Gerichte zu überstimmen. Mit Blick auf die tiefen Gräben im Gezerre um den Wahlausgang mahnte McConnell: «Wir können nicht weiter auseinanderdriften in zwei getrennte Stämme mit unterschiedlichen Fakten und unterschiedlichen Realitäten.»

+++ 19.34 Uhr: Erster Einspruch im US-Kongress bei Zertifizierung der Wahlergebnisse +++

Bei der Kongresssitzung zur Zertifizierung der US-Wahlergebnisse haben Republikaner Einspruch gegen das Resultat aus dem Bundesstaat Arizona eingelegt. Ein republikanischer Abgeordneter aus dem Repräsentantenhaus brachte die Einwände am Mittwoch bei der gemeinsamen Sitzung des Repräsentantenhauses und des Senats ein. Unterstützung bekam er vom republikanischen Senator Ted Cruz. Der Einspruch zwang die beiden Kongresskammern dazu, sich zu getrennten Sitzungen zurückziehen, um die Einwände bis zu zwei Stunden lang zu debattieren und am Ende abzustimmen, ob sie diesen folgen oder nicht.

Der Demokrat Joe Biden hatte den Bundesstaat Arizona bei der Präsidentschaftswahl Anfang November mit einem Vorsprung von fast 10 500 Stimmen gewonnen. Der unterlegene republikanische Amtsinhaber Donald Trump klagte dort, wie auch in mehreren anderen Staaten, gegen die Ergebnisse - allerdings erfolglos.

+++ 19.15 Uhr: Pence stellt sich gegen Trump - will Wahlleute-Stimmen nicht abweisen +++

US-Vizepräsident Mike Pence will bei der Sitzung des Kongresses zur Zertifizierung der Ergebnisse der Präsidentenwahl nicht einseitig Stimmen von Wahlleuten ablehnen. Sein Eid zum Schutz der Verfassung erlaube ihm das nicht, teilte Pence kurz vor Beginn der Sitzung am Mittwoch mit, die er als Präsident des Senats leitet. Pence stellte sich damit gegen Forderungen von US-Präsident Donald Trump. Der abgewählte Republikaner hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf seinen Stellvertreter erhöht, den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden doch noch zu kippen.

Trump hatte behauptet, der Vizepräsident habe die Befugnis, auf «betrügerische» Weise ausgewählte Wahlleute abzulehnen. «Mach es, Mike - diese Zeiten brauchen extremen Mut», schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Das Gesetz sieht für Pence bei der Zusammenkunft des Repräsentantenhauses und des Senats - den beiden Kammern des Kongresses - jedoch lediglich eine zeremonielle Rolle vor.

Trump behauptet, er sei durch massiven Wahlbetrug um seinen Sieg gebracht worden. Beweise dafür hat er nicht vorgelegt. Dutzende Klagen des Trump-Lagers sind gescheitert, auch vor dem Obersten US-Gericht.

Quellen: dpa, AFP, Twitter

VIDEO: Pence will Bestätigung von Bidens Wahlsieg nicht blockieren