Protest in Nordfrankreich gegen Beladung von saudiarabischem Frachter

Der saudiarabische Frachter "Bahri Yanbu"

Im Hafen der nordfranzösischen Stadt Cherbourg ist ein saudiarabischer Frachter eingelaufen, der nach Informationen von Aktivisten mit Kriegswaffen für den Jemen-Konflikt beladen werden soll. "Wir können nicht akzeptieren, dass der Hafen von Cherbourg für diesen Konflikt genutzt werden soll", hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Nichtregierungsorganisationen sowie linksgerichteter Parteien.

Sie warfen Saudi-Arabien vor, einen "gnadenlosen Krieg" zu führen und "unsägliche Gräueltaten an einem wehrlosen Volk zu verüben". An der Erklärung waren unter anderem die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und die Hilfsorganisation Oxfam beteiligt.

Der Frachter "Bahri Yanbu" war am Donnerstagnachmittag in Cherbourg eingelaufen. Dort demonstrierten dutzende Aktivisten gegen die Lieferung von Waffen an Riad. Sie hielten Plakate mit Slogans wie "Stoppt illegale Waffenverkäufe" und "Kriegsverbrechen im Jemen - 230.000 Menschenleben" hoch.

Die Aktivisten forderten in ihrer Erklärung die französische Regierung auf, in Erfahrung zu bringen, was auf den Frachter geladen werden soll. Dieser habe nach ihren Informationen einen Exklusiv-Vertrag mit dem saudiarabischen Verteidigungsministerium.

Falls in Cherbourg tatsächlich Waffen auf das Schiff geladen werden sollten, müsse die französische Regierung garantieren, dass diese "nicht illegal gegen jemenitische Zivilisten eingesetzt werden", forderten die Organisationen. Die Regierung äußerte sich zunächst nicht dazu.

Saudi-Arabien gilt als einer der Hauptabnehmer für französische Militärausrüstung. Im vergangenen Mai hatten mehrere Hilfsorganisationen erfolgreich das Andocken eines Schiffs verhindert, das mit einer Waffenlieferung für Riad beladen werden sollte.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden bereits getötet. Bei den meisten Opfern handelt es sich laut Nichtregierungsorganisationen um Zivilisten. Die UNO sieht im Jemen die schlimmste humanitäre Krise weltweit.