Protest gegen Spahn: Vater schiebt Rollstuhl über 300 Kilometer nach Berlin

Anna Rinderspacher
Aus Liebe zu seinem behinderten Sohn lief Arnold Schnittger von Hamburg nach Berlin.
  • Ein Hamburger Vater hat den Rollstuhl seines Sohnes von Hamburg nach Berlin geschoben
  • Arnold Schnittger sagt der HuffPost: Damit will er gegen Gesundheitsminister Spahn protestieren

Es war die Liebe zu seinem Sohn, die Arnold Schnittger dazu bewogen hat, zu Fuß von Hamburg nach Berlin zu laufen. Über 300 Kilometer.

Schnittgers Sohn Nico ist seit seiner Geburt körperlich und geistig schwerstbehindert. Er sitzt in einem Rollstuhl und muss 24-Stunden gepflegt werden.

Mit einem ebensolchen Rollstuhl ist Vater Schnittger nun seit 14 Tagen unterwegs. Er schiebt ihn – um ein Zeichen zu setzen. “Ich sorge mich um Nicos Zukunft”, sagt Schnittger im Gespräch mit HuffPost. “Ich glaube nicht, dass sie bei Herrn Spahn in guten Händen ist.”

Es ist ein Protestmarsch mit Rollstuhl – gegen den neuen Gesundheitsminister der Bundesrepublik.

Schnittger: “Spahn ist extrem empathielos”

Schnittger erklärt: Fast alle Eltern von pflegebedürftigen Kindern würden sich die Frage stellen, was aus diesen wird, wenn sie selbst nicht mehr als Betreuer zur Verfügung stehen können. Schnittger ist 66, sein Sohn Nico 23.

Die Aussicht, dass das eigene Kind später im Pflegeheim endet, weil es keine anderen Möglichkeiten gebe, sei für viele Angehörige quälend, schrieb Schnittger bereits zuletzt in einem Blog für die HuffPost.

► Umso quälender, da die Situation in Pflegeheimen zunehmend kritischer wird.

Er sei entsetzt über die “extreme Empathielosigkeit” des neuen Gesundheitsministers, sagt Schnittger nun der HuffPost. Nicht zuletzt wegen dessen Aussage, Hartz IV bedeute nicht Armut.

Ich sorge mich um Nicos Zukunft. Ich glaube nicht, dass sie bei Herrn Spahn in guten Händen ist.”

... Weiterlesen auf HuffPost