Protest-Fashion: Ausstellung über die Geschichte des Statement-T-Shirts

Mit ihrem Statement-Shirt „We should all be feminists“ brachte Dior-Designerin Maria Grazia Chiuri neuen Wind in die Fashion-Szene. (Bild: Getty Images)

Mit dem Statement-Shirt „We should all be feminists“ aus ihrer Debüt-Kollektion für Dior brachte Designerin Maria Grazia Chiuri das Thema Feminismus zurück in die Modewelt. Ein Meilenstein in der Fashionindustrie, der unter anderem Teil der neuen Ausstellung im Londoner Textilmuseum ist.

„Wir sollten alle Feministinnen sein“: Diesen Spruch ließ die damals neue Dior-Chefdesignerin im Jahr 2016 auf ein Shirt drucken. Ein kraftvoller Slogan, der nicht nur als allgemeines Statement verstanden werden konnte – er untermauerte, dass zum ersten Mal in der Geschichte des 70 Jahre alten Modelabels eine Frau die kreative Leitung übernommen hatte.

Seither erobern zahlreiche T-Shirts mit feministischen Slogans die weltweiten Laufstege, Modehäuser und Straßen. Ob beim „Women’s March“ in den USA oder während der Haute Couture-Woche in Paris. Ein Trend, der zeigt, dass Statement-Shirts nicht nur für witzige, sondern auch für politische Botschaften taugen. Und das ist nicht erst seit dem Jahr 2016 so.

Welche Rolle T-Shirts als Protestmittel einnehmen können, zeigt die neue Ausstellung des Fashion- und Textilmuseums in London, die am 9. Februar eröffnet wird. Unter dem Titel „T-Shirt: Cult, Culture, Subversion“ (dt.: „T-Shirt: Kult, Kultur und Subversion“) wird die Entwicklung des einst so bescheidenen Kleidungsstücks wiedergegeben. So werden dort nicht nur Teile besagter Dior-Kollektion von Chiuri gezeigt, sondern auch die unverblümten Slogans von Vivienne Westwood, die 2015 mit ihrer Shirt-Kampagne „Save the Arctic“ gegen den Klimawandel protestierte.

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen: Die legendäre T-Shirt-Kampagne von Designerin Katharine Hamnett aus dem Jahr 1983. (Bild: Getty Images)

Unter den 200 ikonischen Archivstücken findet sich außerdem die revolutionäre Shirt-Kollektion der britischen Designerin Katharine Hamnett. Sie machte die Slogan-T-Shirts ab 1983 groß, indem sie politische und moralische Botschaften in übergroßen Buchstaben drucken ließ. Höhepunkt dieser Kampagne war ihr Besuch bei Premierministerin Margaret Thatcher im Jahr 1984. Hamnett schmuggelte ein Shirt mit der Aufschrift: „58% Don’t Want Pershing (58% sind gegen Pershing-Raketen) in den Amtssitz der Ministerin. Damit protestierte die Designerin, wie die Mehrheit des Landes, gegen die Stationierung von US-Atomwafffen in Großbritannien und löste einen riesigen Skandal aus.

Bis zum 6. Mai kann man diese und viele weitere T-Shirts mit kraftvoller Botschaft in London bewundern.