Protest bei den Emmy Awards: Jenifer Lewis trägt Nike-Sportoutfit

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Ihr sportliches Outfit auf den Emmy Awards hatte für Jenifer Lewis eine wichtige Botschaft. (Bild: Getty Images)

Während sich die meisten Hollywoodstars für die diesjährigen Emmy Awards rausputzten, erschien Schauspielerin Jenifer Lewis Sonntagabend in Hollywood in einem Nike-T-Shirt und Leggings auf dem roten Teppich – und setzte damit ein politisches Zeichen.

Die Schauspielerin, bekannt für ihre Rolle in der Serie „Black-ish“, setzte mit ihrem sportlichen Outfit nicht auf Glamour, sondern auf Statement-Fashion: Mit ihrer Kleiderwahl einer schwarzen Leggings und eines mit glitzernden Steinen verzierten Oberteils verneigte sie sich vor NFL-Footballspieler Colin Kaepernick.

Der Hintergrund: Kaepernick hatte für Aufruhr – und schwere Kritik von US-Präsident Donald Trump – gesorgt, weil er sich vor NFL-Spielen bei der US-amerikanischen Hymne weigerte, aufzustehen und stattdessen auf einem Knie hockte. Damit protestierte Kaepernick gegen die Polizeigewalt gegenüber schwarzen Bürgern in den USA und wollte auf die fehlende Gleichbehandlung aufmerksam machen. Kaepernick sorgte damit jedoch selbstredend nicht nur für viel Kritik, sondern auch jede Menge Solidaritätskundgebungen, zahlreiche NFL-Spieler tun es ihm seither gleich und knien bei der Hymne.


Glaube an etwas. Sogar wenn es bedeutet, alles zu opfern. #JustDoIt“

Solidarität erfuhr Kaepernick unter anderem vom US-amerikanischen Sport-Textilriesen Nike. Der Konzern sorgte mit einem Werbespot mit dem NFL-Star für weltweites Aufsehen. Die Botschaft des Werbespots: „Glaube an etwas. Sogar wenn es bedeutet, alles zu opfern“.

Mit ihrem Outfit zollte Lewis aber nicht nur Kaepernick, sondern auch dem Konzern Tribut: „Ich trage Nike, um ihnen dafür Anerkennung zu zollen, dass sie Colin Kaepernick und seinen Protest gegen Rassen-Ungerechtigkeit und Polizeigewalt unterstützen“, erklärte die Schauspielerin dem Magazin „Variety“ in einem Interview auf dem roten Teppich. „Danke, Colin. Danke für alles, was du tust. Danke, dass du tapfer bist. Danke, dass du dich hinkniest. Danke.“ Auch die Regisseurin der Serie „Insecure“ lobte Kaepernick: „Er spricht von Fakten. Ich bin extrem stolz auf ihn und bewundere und respektiere ihn so sehr.“

Eli Harold, Colin Kaepernick und Eric Reid knieten im Jahr 2016 vor einem Spiel der San Francisco 49ers. (Bild: Michael Zagaris/San Francisco 49ers/Getty Images)

Nikes Werbestrategie

Für Nike hingegen ist die Werbekampagne, und die damit einhergehende Kontroverse, ein voller Erfolg. Zwar sah sich der Konzern mit viel Kritik konfrontiert – die einen fanden Nikes Werbespot unpatriotisch oder zu radikal und gingen sogar soweit, ihre eigenen Nike-Produkte zu verbrennen, andere kritisierten, der Konzern würde sich eine wichtige politische Debatte zu nutzen machen. Auch wenn der Sporttextilhersteller damit – das dürfte er einkalkuliert haben – einige Käuferschichten verloren haben könnte, es steht außer Frage, dass sich die Marke dadurch stärker denn je positioniert hat und ihr eine internationale Sympathiewelle entgegenschlägt. Für Nike sind Aktionen wie jene von Lewis auf den Emmy Awards vor allem eines: unbezahlbare Gratiswerbung. Das zeigt sich auch im Aktienkurs: Der stieg vergangene Woche auf ein Jahreshoch von 83,90 US-Dollar.