ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome macht weiter Verlust – Netflix, Amazon und Co zu stark?

Nikolas Kessler
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ProSiebenSat.1: Am Mittwoch wird es ernst

Maxdome, der Streaming-Dienst von ProSiebenSat.1, wird in den Sprung in die schwarzen Zahlen in diesem Jahr nicht mehr schaffen. Nach der Prognose für den deutschen Werbemarkt muss der Medienkonzern damit ein weiteres Ziel korrigieren. Die Anleger kann das am Montag aber nicht mehr schocken.

„Auf Gesamtjahressicht wird Maxdome noch nicht profitabel sein“, sagte ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling im Gespräch mit Euro am Sonntag. Ursprünglich sollte der Dienst bis Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben – diesen Zeitplan hatte Ebeling im Mai noch bestätigt. Nun strebe man an, die Gewinnzone 2018 zu erreichen.

Der Grund für die Verzögerung: Das Video-on-Demand-Geschäft habe sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt. „Wir haben inzwischen eine Million Abonnenten. Die Nutzungszahlen könnten höher sein, sind aber für uns okay“, so Ebeling. Langfristig müsse sich Maxdome stärker von Netflix unterscheiden, jedoch ohne dabei teurer zu sein als der US-Konkurrent.

Schwerer Stand gegen US-Streaming-Riesen

Zwar nutzen laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) bereits 30 Prozent der Deutschen regelmäßig Streaming-Dienste, offenbar fällt die Wahl dabei aber meist auf die US-Giganten Netflix und Amazon Prime Video.

Infografik: Fast jeder dritte Deutsche nutzt Netflix und Co. | Statista

Bereits zum Jahresende 2016 hatte der französische Medienkonzern Vivendi den Betrieb seines Streaming-Portals Watchever eingestellt. Wenn der Sprung aus der Verlustzone nicht bald gelingt, droht Maxdome womöglich bald dasselbe Schicksal – ProSieben hatte bereits früher angekündigt, den Weiterbetrieb der Plattform jährlich zu prüfen.

Aktie auf der Watchlist

Die Anleger reagieren am Montagmorgen gelassen auf die Meldung. Im freundlichen Gesamtmarkt startet die Aktie mit einem moderaten Kursplus in die neue Woche. Nach dem heftigen Kursrutsch Ende August setzt sich die Bodenbildung damit fort. Vor dem Wiedereinstieg sollten Anleger jedoch ein neues Kaufsignal abwarten.