ProSiebenSat.1: Short-Attacke!

Nikolas Kessler
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Rabenschwarzer Tag für ProSiebenSat.1: Auf die Nachricht über den Rauswurf aus dem DAX folgt am Dienstagvormittag eine Attacke des Short-Sellers Viceroy Research. Die Aktie rutscht daraufhin mit einem dicken Minus ans DAX-Ende.

Wie Bloomberg berichtet, kritisiert Viceroy in einem 37-seitigen Report mangelnde Transparenz bei ProSiebenSat.1. „Es scheint, als seien die Gewinne künstlich in die Höhe getrieben worden und massive Wertberichtigungen unausweichlich“, zitiert die Nachrichtenagentur aus der Studie. Im Zuge der „Media-for-equity“-Strategie hätten bargeldlose Tauschgeschäfte "den Umsatz 2016 um 210 Millionen Euro künstlich aufgebläht: fast 50 Prozent des Nettogewinns".

Zudem kritisiert der Leerverkäufer die unterdurchschnittliche Performance der digitalen Beteiligungen. ProSieben sei ein "stark fremdfinanziertes Unternehmen mit leistungsschwachen Tochtergesellschaften, die keine Synergien bieten." Speziell den Streaming-Dienst Maxdome und das Fitness-Start-up Vitafy werden in der Studie als "scheiternde digitale Geschäfte" bezeichnet. Die vergleichsweise größzügige Dividendenpolitik des Medienkonzerns wird als "fiskalisch unverantwortlich und nicht nachhaltig" gegeißelt.

Das selbsternannte Analysehaus Viceroy Research, das zuletzt mit einer Short-Attacke auf Steinhoff für Furore gesorgt hatte, bezeichnet ProSieben als „uninvestierbar“ und sieht den fairen Wert der Aktie bei 7,51 Euro – rund 75 Prozent unter dem Schlusskurs von Montag. Eine Unternehmenssprecherin von ProSiebenSat.1 wollte sich gegenüber Bloomberg zunächst nicht äußern.

Heftiger Rückschlag

Während die ProSieben-Aktionäre auf die Meldung über den Abstieg in den MDAX am Morgen noch relativ entspannt reagiert haben, schlägt die Short-Attacke heftig ein. Um rund acht Prozent ging es kurzzeitig bergab. Auch wenn sich der Kurs zwischenzeitlich stabilisieren konnte, hat sich das Chartbild erneut deutlich eingetrübt. Der Stoppkurs des AKTIONÄR liegt bei 24 Euro.