ProSiebenSat.1 Media-Chef Ebeling geht – wirklich eine gute Entscheidung?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
ProSiebenSat.1 Zentrale Medienallee 7, Unterföhring

Nun ist die Katze aus dem Sack. Nach ein paar turbulenten, unschmeichelhaften Tagen wird ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777)-Chef Ebeling seine dortige Karriere vorzeitig beenden.

Geplant ist, dass sein Engagement nach der Bilanzpressekonferenz zum 22.02.2018 enden wird. Die Trennung sei selbstverständlich einvernehmlich erfolgt.

Doch halten wir uns lieber nicht an solchen Kleinigkeiten auf, sondern werfen einen Blick auf die letzten Tage, sowie das grundsätzlich Erreichte:

Der jüngste Abschwung

Wenn man es genau nimmt, dürfte Ebeling im Hause ProSiebenSat.1 für viele Beobachter schon länger angezählt gewesen sein. Bereits zum wiederholten Male musste ProSiebenSat.1 im Zuge der letzten Quartalszahlen seinen Ausblick nach unten revidieren. Die Anleger schickten die Aktie auf eine Talfahrt.

Der Tropfen, der das Fass jedoch zum Überlaufen gebracht haben dürfte, waren abschätzige Äußerungen in Bezug auf die Zuschauer von ProSieben. Die Worte fettleibig und arm sollen in diesem Zusammenhang gefallen sein, auch wenn Ebeling mithilfe dieser plastischen Illustration die Zielgruppe eigentlich nicht diskreditieren wollte.

Wie auch immer, letztlich hat ihm das reichlich Ärger eingebracht.

Aber…!

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass sich der Konzern ProSiebenSat.1 Media unter Ebeling grundsätzlich wirklich prächtig entwickelt hat. Wie Der Aktionär herausstellte, stieg die Aktie seit seiner Amtsübernahme von unter einem Euro bis auf 50,95 Euro in der Spitze. Zudem führte Ebeling ProSiebenSat.1 in die DAX-Familie.

Wir können daher, wenn wir so manche Quartale und die Äußerungen der letzten Tage einmal ausklammern, immer noch konstatieren, dass Ebeling das Unternehmen in eine neue Glanzzeit geführt hat.

Vielleicht ist die Luft einfach raus

Ebeling hat damit während seiner Amtszeit einen tollen Job gemacht und aus ProSiebenSat.1 immerhin ein DAX-Unternehmen werden lassen. Der ein oder andere Investor dürfte angesichts des Kurssprunges des heutigen Tages (20.11.2017) aber erleichtert darüber sein, dass es nun ein wenig frischen Wind geben wird. Ich bin jedenfalls gespannt, ob der Nachfolger die tiefen Fußstapfen ausfüllen kann. Und mit den generellen Problemfeldern des Kerngeschäfts fertig wird.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017