ProSiebenSat.1: Jetzt kaufen die Insider

Nikolas Kessler
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ProSiebenSat.1: Vorstandschef Ebeling kündigt Rücktritt an

Mitglieder des Aufsichtsrats und Konzernchef Thomas Ebeling haben den Kursrutsch der Aktie von ProSiebenSat.1 in der vergangenen Woche zum Kauf genutzt. Dieses Signal verfehlt seine Wirkung nicht: Die Aktie steigt zu Wochenbeginn wieder.

Der ProSieben-Chef hat zum 31. August bei einem Kurs von 27,90 Euro zugeschlagen und eigene Aktien im Volumen von 279.000 Euro erworben, wie das Unternehmen mitteilte. Der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Brandt hat ebenfalls Ende August im Volumen von 108.887,59 Euro zugekauft. Seine Stellvertreterin im Aufsichtsrat, Marion Helmes, hat in mehreren Tranchen ProSieben-Aktien im Gesamtvolumen von 41.454,68 Euro gekauft.

Nachdem der Kurs in der Vorwoche wegen der erneuten Senkung der Prognose für den TV-Werbemarkt heftig unter Druck geraten und auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren gefallen ist, gibt es die Aktien nun mit einem satten Discount. Wichtiger ist allerdings der Symbolcharakter der Transaktionen. Durch die Käufe von Vorstands- und Aufsichtsratschefs soll auch das Vertrauen der Anleger gestärkt werden.

Das funktioniert zunächst ganz gut, denn trotz einer weiteren Kurszielsenkung – diesmal durch die US-Bank JPMorgan („Neutral“; 34,50 Euro) – kann die ProSieben-Aktie am Montagvormittag rund 1,3 Prozent zulegen und zählt damit zu den wenigen Gewinnern im schwachen DAX.

Aktie aktuell kein Kauf

Auch wenn nach den deutlichen Verlusten ein kurzfristiger Rebound nicht ungewöhnlich wäre, sollten langfristig orientierte Anleger zunächst an der Seitenlinie blieben. Immer mehr Analysten gehen inzwischen davon aus, dass die Probleme im Werbemarkt struktureller Natur sind – darauf wird das Unternehmen reagieren müssen. Zudem präsentiert sich das Chartbild schwer angeschlagen. Hier sollte vor dem Wiedereinstieg eine klare Bodenbildung abgewartet werden.