„Project Invincible“: Formel-1-Gigant kreiert „Iron Man“-Ausrüstung

Robert Downey Jr. als „Iron Man“. Man könnte denken, McLaren hätte sich von seiner Rüstung inspirieren lassen. (Bild: Marvel/Paramount/Kobal/REX/Shutterstock)

McLarens neuestes Projekt für einen anonymen Milliardär sieht nach Science-Fiction aus – verbindet aber medizinische Zwecke mit modernster Technik und Pragmatismus.

„Client X“ – so wird jener schwerreiche Kunde genannt, für den der britische Sportwagen-Hersteller dieses futuristisch anmutende Projekt entworfen hat. Der mysteriöse Milliardär, so berichtet „Men’s Health“, soll nach zahlreichen Operationen einen kaputten Brustkorb haben. Schon die geringste Erschütterung führt zu Schmerzen, jeder Rempler, jeder zu enge Brustgurt im Luxusauto.

Weil der Kunde aber einen Lifestyle führe, so das Männermagazin weiter, der eine gewisse körperliche Stabilität voraussetzt – schnelle Autos gehören hier wohl dazu – ließ sich der Milliardär vom Formel-1-Giganten diese spezielle Rüstung anfertigen, die ihm ein schmerzloses Dasein ermöglichen soll: einen Brustpanzer, der den Brustkorb mit Materialien schützt, die sonst für Rennbolide verwendet werden. „Project Invincible“ – also „Projekt unverwundbar“ – nennt McLaren den Auftrag.

Der reiche Kunde durfte die Rüstung zum ersten Mal in den McLaren Applied Technologies Büros testen. Wie tief er dafür in die Tasche greifen musste, verrät die Firma nicht – allerdings erwähnte McLaren, dass der Preis unter 250.000 US-Dollar (rund 210.000 Euro) liegen soll. Für einen Milliardär nur Peanuts!

Für die Rüstung machte das Designerteam einen 3D-Scan des Körpers des Mannes und nutzte auch medizinisches Bildmaterial, das von seinem Arzt zur Verfügung gestellt wurde. „Der rote Faden in all unseren Projekten sind Daten. Wir nutzen Daten, um ein digitales Bild davon zu bekommen, wie die Performance oder Heilung eines Patienten ist, und dann erarbeiten wir Lösungen – oder, im Falle des „Project Invincible“, Geräte, die unserem Nutzer helfen sollen“, so der medizinische Chef von McLaren, Dr. Adam Hill, zu „Men’s Health“.

Die Rüstung ist dazu konzipiert, Brustkorb und Herz zu schützen, da besonders die vierte Rippe sowie das Brustbein des Klienten durch die Operationen deutlich geschwächt sind. Aber auch auf Pragmatismus liegt ein Hauptaugenmerk: Die Ausrüstung soll portabel sein, überallhin mitgenommen werden und unter einem Anzug versteckt werden können. Auch aus was die Rüstung besteht, verrät McLaren-Ingenieur Dr. Broderick Coburn: „Zum einen haben wir steife Karbonfasern verwendet, die biegesteif sind und Stärke liefern. Zweitens sind da die dehnbaren Dyneema-Fasern, die in High-Performance-Segeln und kugelsicheren Westen verwendet werden.“